Apr 242014
 

Löwenzahn

“Brunzer” – so nannten unsere Vorfahren den Löwenzahn aufgrund seiner harntreibenden Eigenschaft.

Der Löwenzahn wächst eigentlich fast überall und blüht von April bis Juni. Besonders viele Exemplare findet man neben Wiesen-Kerbel und scharfem Hahnenfuß auf Wiesen, die der Bauer ordentlich mit Gülle düngt. Da findet man im April/Mai oft richtiggehende Blütenmeere.

Taraxacum officinale, Köpfchen

A propos Blüten: Die “Korb- oder Köpfchenblüte” des Löwenzahns ist eigentlich keine Einzelblüte, sonder sie ist aus vielen einzelnen Blüten zusammengesetzt (ähnlich ist das beim Gänseblümchen).  Bis zu 200 sogenannte Zungenblüten vereinen sich zu dem hübschen, sonnengleichen Köpfchen. Die einzelne Zungenblüte wiederum besteht aus fünf Blütenblättern, von denen eines stark verlängert ist:

Taraxacum officinale, Zungenblüte

Eine Besonderheit des Löwenzahns ist die Art und Weise, sich apomiktisch fortzupflanzen.

Übrigens, wenn Sie das Wort “Apomixis” noch nie gehört haben, dann ist das eigentlich nicht so schlimm, denn es handelt sich bei der “Apomixis” um ungeschlechtliche Fortpflanzung und für uns Menschen gibt es sicher schönere Wege, sich zu reproduzieren …

Durch diese besondere Art der Fortpflanzung haben sich beim Löwenzahn eine schier unüberschaubare Anzahl von Arten entwickeln können, sodass der gewöhnliche Botaniker diese unter dem wissenschaftlichen Aggregatsnamen “Taraxacum officinale agg.” zusammenfasst und die weitere Bestimmung Spezialisten überlässt.

Wie bereits aus dem Epitheton (schon wieder ein Fremdwort, aber nicht erschrecken, es handelt sich nur um den zweiten Teil des Namens, hier: “officinale”), wie also bereits aus dem Epitheton hervorgeht handelt es sich um eine arzneilich wirksame Pflanze. Für die harntreibende Eigenschaft ist wohl in erster Linie der Kaliumgehalt des Löwenzahns verantwortlich.

Im Frühjahr lässt sich aus den jungen, grünen Blättern ein etwas bitterer Salat zubereiten, als Tee oder Tinktur kann die Droge konsumiert werden. (“Drogen” nennt der Apotheker alle aus getrockneten Pflanzen/Pflanzenteilen hergestellte Mittelchen).

Mittelchen – ein gutes Stichwort, denn nicht nur zu phytotherapeutischen Zwecken ist der Löwenzahn zu gebrauchen, auch in der Magie gibt es allerhand Einsatzgebiete. Zum Beispiel Flecken in den Augen. Wer sich damit plagt, der könnte mal folgendes versuchen:

Warten, bis der Mond abnimmt und im Zeichen der Jungfrau steht, dann früh aufstehen und vor Sonnenaufgang neun Löwenzahnwurzeln ausgraben und die Wurzeln um den Hals tragen, schon verschwinden die Flecken

… ich habe es allerdings nicht im Selbstversuch ausprobiert, deshalb möchte ich für dieses Rezept nicht unbedingt garantieren;)

Zum ausprobieren aber hier ein Rezept für Löwenzahnhonig

 24. April 2014  Add comments

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