Mrz 132013
 

Wurzenoim – Das Musical

Einzigartiges Mundart-Musical der „kesslfligga“ auf Tour durch Bayern

 

(Bildunterschrift Franz, der Wurzensenn (Bettina Nistler) und die Zenzi (Manuela Pink) tanzen einen heissen Tango)

 

 

Auf einen heißen Tanz begeben sich die „kesslfligga“ Bettina und Jochen Nistler zusammen mit 11 befreundeten Laienschauspielern und Musikern, wenn sie diesen Sommer mit ihrem Mundart Musical „Wurzenoim“ an verschiedenen Orten in Ober- und Niederbayern zu sehen sind. Einzigartig ist dabei die Kombination aus Bauertheater und moderner Musik. Kaum vorstellbar, dass z.B. Altöttinger Wetterkerzen und Musik von Jimi Hendrix, Palmkätzchen und Tango, eine Heiligenlitanei und Louis Armstrong, ein Mord und eine Mordsgaudi in einem einzigen Stück vereint werden können. In der „Wurzenoim“ ist all das und noch vieles mehr perfekt verarbeitet und unter einen Hut gebracht worden.

 

Die sechsköpfige Band bewegt sich respektlos quer durch alle Stilrichtungen. So wurden die Eigenkompositionen von Jochen Nistler mit Stücken von z.B. Jimi Hendrix, Bob Dylan, Udo Jürgens oder Louis Armstrong gemischt. Das Lied „Der Breiss“ wird zuerst volksmusikartig vorgestellt, um dann in der Reprise zum Country-Song zu mutieren. Auch ein klassisches Tangomotiv ist ins Stück eingearbeitet und wird gespielt auf dem Akkordeon von Wolfgang Grün. Alle Lieder haben bairische Texte, die exakt auf die Handlung abgestimmt sind. Dabei versteht es der Autor, die scheinbar unüberwindlichen Gegensätze Bauerntheater, Brauchtum und moderne fetzige Musik in auf den Punkt gebrachter Übertreibung zu vereinen und zu einem Musical wie aus einem Guss zu verarbeiten.

 

Die Handlung ist schnell erzählt: Der neugierige, klischeehaft dargestellte „Breisse“ Carsten Schröder (Peter Stinauer, Ruhpolding) steigt auf die Alm und trifft dort auf den faulen, abergläubischen Senn Franz (Bettina Nistler, Miesweidach/Tittmoning). Der autoritäre Bauer (Werner Gromes, Petting) kommt dazu, um nach dem Rechten zu sehen. Ein Unwetter zieht auf und Franz, der Wurzensenn schüttelt alle möglichen Bräuche aus dem Ärmel, um die mutmaßliche „Wedahex“ zu vertreiben. Betrunken und aufgestachelt durch die schöne, junge, verschlagene Magd Zenzi = später Wetterhexe (Manuela Pink, Ruhpolding) ermorden sich Bauer und Breisse gegenseitig. Nur der in seiner bayrischen Identität tief verwurzelte Senn überlebt dank seines naiven Vertrauens in die alten Bräuche. Diese ins Musical eingebundenen Bräuche wurden detailliert recherchiert. Es handelt sich um echtes, teilweise in Vergessenheit geratenes regionales Brauchtum aus der Chiemgauer Region rund um’s Wetter und die „Wedahex“.

 

Ein weiteres Highlight sind die witzigen Regieeinfälle. Der „Techniker“ (Werner Kluge) bricht immer wieder flockig und zu den unpassendsten Momenten die Handlung durch fast schon absurd anmutende Gags. Was für „Cats“ die Kostüme und für „Starlight Express“ die Rollschuhe sind, das ist für die „Wurzenoim“ das explodierende Feuerwerk an Witz, Humor und Gegensätzen. Und das alles in Bairisch…

 

Mehr Information auch im Internet unter www.kesslfligga.de

 13. März 2013  Tagged with: ,  Add comments

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