Mai 282012
 

Wenn wir uns schon nach ihnen nennen, sei an dieser Stelle mal was über die “echten” Kesselflicker gesagt. Warum wir so heissen? Die Kesselflicker reparierten Kessel, wir reparieren Bayern!

Was es eigentlich mit den Kesselflickern so auf sich hat, erfahren wir aus der wikipedia:

Zitat aus der Wikipidia:


Geschichte

Das Krünitzlexikon beschreibt die Kesselflicker als „eine Art von Kupferschmieden, welche mit altem Kupfer und ihrem Handwerkszeuge auf dem Lande umher ziehen, und insonderheit den Landleuten, oder an solchen Oertern, wo keine ordentliche Kupferschmiede sich befinden, die schadhaft gewordenen Kessel und anderes dergleichen Geräth flicken oder ausbessern. Sie treiben sich gemeiniglich auch in den Städten auf den Straßen herum, und schreyen ihre Arbeit aus. Die rechten und zünftigen Kupferschmiede aber halten sie für Störer und Pfuscher.“


Die Schmiedezunft setzte teilweise Verordnungen durch, die in Orten mit Niederlassungen von Kupferschmieden den Kesselflickern Flickarbeiten verbot. In Südosteuropa war die Reparatur metallener Küchengeräte eine Spezialität auch bestimmter Roma-Gruppen.
Bezeichnungen


Regional wurden die Flickhandwerker auch Stöer genannt. Auch Kesselbesserer, Kesselbüßer, Kessellapper, im Niederdeutschen auch Ketelflicker, Ketellapper, Pottlapper. In Großbritannien und Teilen Irlands geht die Fremdbezeichnung „Tinker“ für die aus der Mehrheitsbevölkerung kommende Minderheit der Pavee auf die Reparaturarbeit mit dem Werkstoff Zinn (engl. tin) zurück. In Österreich wurde die Bezeichnung „Rastelbinder“ für Kesselflicker und Siebmacher verwendet.


Wie Scherenschleifer, Kupferschmiede und andere Handwerker zogen sie mit Wohnkarren und Familie von Ort zu Ort. Sie lagerten neben den Dörfern und richteten dort ihre Werkstätten und Feuerstellen ein.


Gingen sie in die Ortschaften, so sammelten sie dort die reparaturbedürftigen Töpfe und Pfannen ein und löteten Löcher wieder zu, dickten die Kesselböden wieder auf oder verzinnten die Kessel neu. Heute wird das Handwerk in Europa nur noch in Rumänien von Roma ausgeübt.
Redewendung


Von diesem Berufsstand leiten sich auch mehrere Redewendungen her: „Der schimpft/säuft wie ein Kesselflicker“ oder „Die schlagen/streiten sich wie die Kesselflicker“. Beide wollen besagen, dass man besonders laut, vulgär oder exzessiv schimpft, säuft, schlägt oder streitet. Auch das Wort Katzelmacher (despektierlich für „Südländer“) dürfte damit in Verbindung stehen.



 28. Mai 2012  Tagged with: , ,  Add comments

  One Response to “Was ist eigentlich ein Kesselflicker?”

  1. Schäden, die macht ihr doch heute erst ausfindig,ihr zeigt auf: Hoppla, da ist ein Loch, da ist etwas marode, es ist etwas faul im Staate Dänemark(?)..
    Und dies tut ihr mit gewandter Sprache und Witz und Musikalität! Erster Teil der Arbeit eines guten Kesselflickers..
    Mir gefällt der Ausdruck Stör – abgeleitet von stören . Die alteingesessene Zunft wurde aufgeschreckt.
    Gut so, auch heute! Immer da, wo nur der eigene Profit im Vordergrund steht, der eigene Säckel gefüllt werden soll,darf mit Recht “gestört” werden.
    Dabei ist so manches defekte Ding ganz ohne Kosten wieder zu reparieren.
    Ein Beispiel?
    Hilfsbereitschaft, Toleranz, Aufmerksamkeit sind Materialien, mit denen an zwischenmenschlichen Beziehungskisten – Pardon – kesseln Risse und Löcher dauerhaft und gut gelötet werden können.
    Solche und andere Denkanstöße gebt ihr an euer Publikum weiter, kabarettistisch, mit Witz und Humor.
    Kesslfligga – der Name passt!

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