Wurzenoim

 

P1070789


Inhalt

Der Senn Franz lebt einsam auf der Wurzenoim. Eines Tages bekommt er Besuch vom “Breissen” Schröder aus Wuppertal. Schröder wird kurzerhand zum Holz hacken eingeteilt und so kommt der Senn Franz auch zu seinen wohlverdienten Vormittagsschläfchen. Als der Bauer auf seiner Alm nach dem Rechten sehen will, traut er seinen Augen nicht, hackt da statt seinem nichtsnutzigen Senn ein Wildfremder und hat auch noch lockere Sprüche drauf. Der entstehende Streit wird aber geschickt mit Hilfe des berühmt-berüchtigten “Doppeltbrennt’n” geschlichtet und so wird’s recht zünftig da oben auf der Wurzenoim.

Bis ein Unwetter aufzieht und der Senn so richtig die Hosen voll hat, fürchtet er doch die “Wedahex”, die schon viel Unheil angerichtet hat. Er zieht sämtliche Register seiner Wedahexen-Abwehr-Massnahmen, wird aber vom Breissen und vom Bauern daran gehindert, seine wirkungsvollen Mittelchen einzusetzen. In dem ganzen Durcheinander erscheint Zenzi, die fesche Magd aus dem Rummsbachtal, pritschnass und ausgekühlt von dem Sauwetter. Sehr zur Freude der drei entledigt sie sich erstmal ihrer nassen Kleider, wobei die drei begeistert feststellen, dass schon sauber Hoiz vor der Hütten vorhanden ist…

Damit nimmt das Unheil seinen Lauf und es kommt wie es kommen muss. Zuerst wird noch feucht fröhlich dahingezecht, doch dann zeigt das fesche Weib sein wahres Gesicht. Sie spielt die drei gegeneinander aus und reizt sie bis hin zu einer schändlichen Bluttat. Franz erkennt endlich die “Wedahex” und setzt in seiner Verzweiflung sein letztes und stärkstes Mittel ein: Die Drudenschneid. Mit Hilfe des Zaubermessers schlägt er die Hexe in die Flucht und bleibt allein zurück. Die alten Bräuche haben ihm letzlich Kopf und Kragen gerettet, der Bauer und der Breisse mussten für ihren Leichtsinn büssen.


Form

Das Mundartmusical “Wurzenoim” ist ein Feuerwerk aus Spass. Da werden Klischees bis auf die Spitze getrieben, da werden bairische Texte auf Melodien von Luis Armstrong, den Animals oder den Kinks gesungen. Nichtmal vor Jimi Hendrix macht die Band in Rockbesetzung Halt. Spielszenen mit unerwarteten Wendungen wechseln ständig mit vielfältigsten Musikeinlagen, sogar Tango wird getanzt auf der Wurzenoim. Und wenn die Leichen von Bauer und Breisse vom Bühnentechniker abtransportiert werden, dazu “Knocking on Heaven’s Door” von Bob Dylan ertönt, mit bairischem Text natürlich, dann bleibt kein Auge trocken, so etwas gibt es auf Bayerns Bühnen nur einmal.


Text und Musik

Das Stück wurde von Hati Schweiger und Jochen Nistler 1991 geschrieben und ist seitdem in mehreren Auflagen unter verschiedenen Regisseuren weiterentwickelt worden. Inzwischen hat es einen gewissen Kultstatus erreicht.

Die Liedertexte stammen von den Autoren, die Melodien von Jochen Nistler, eingemischt sind Melodien von The Animals, Luis Armstrong, Udo Jürgens, The Kinks, Bob Dylan, Deep Purple und Jimi Hendrix


Neuauflage 2013

In der letzten Auflage 2011 waren die Vorstellungen ausverkauft, das Publikum war begeistert. Der Trinkspruch “Wollseil” (heisst eigentlich “Woi sei”, der Breisse versteht aber immer nur Wollseil) begleitet uns seitdem überall bei unseren Auftritten und immer wieder werden wir auf die Wurzenoim angesprochen. So haben wir uns entschlossen 2013 eine Neuauflage zu machen. Es werden sechs Open Air Aufführungen stattfinden, davon zwei im Rahmen der Oberbayerischen Kultur und Jugendkulturtage in der Burg Tittmoning und vier Vorstellungen in der einzigartigen Atmosphäre des Inzeller Steinbruchs.

Kommentar verfassen