Modell auf Papier, Landschaft im Nebel: Wo Strukturen denken lernen. Signet: C×B – Lux per Oisologiam

Ein Modell beginnt zu atmen

oder wie eine Alm in eine Datenbank schlüpfte

Anfang Februar 2025. Ich war eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Gemeinsam mit Florian Buchner von der Firma Classei in Marquartstein war ich an der Planung eines neuen Datenbanksystems für Heimatpflege und Archive. Wir hatten die Köpfe tief in Strukturen, Klassifikationen und semantischen Netzen. Die Idee war bestehende Inhalte nicht nur zu speichern, sondern auch verknüpfbar zu machen. Lebendig, zugänglich, sinnvoll und eventuell auch KI-gestützt.

Dann kam von Betty dieser Text über die Revitalisierung der Hochkienbergalm. Artenvielfalt, Almflächen, Wissensvermittlung, Schafe und Ziegen. 185.000 Euro Budget. Drei Jahre Laufzeit. Eine Einladung, künstlerisch mitzuwirken.

Mein erster Gedanke: Jetzt nicht auch das noch!

Aber: Der Gedanke blieb und liessmich nicht mehr los. Er wurde größer. Vielleicht, dachte ich, lässt sich das ja auch verbinden. Vielleicht ist ja genau das die Herausforderung: die Schnittstelle zwischen Landschaft und Datenbank. Zwischen Weide und Wissenssystem. Zwischen Modell und Wirklichkeit.

Ich begann zu skizzieren. Erst gedanklich, dann konkret. Erste Modelle entstanden im Kopf, am Schreibtisch und später im Raum. Ich wollte herausfinden: Wie lassen sich reale Prozesse in digitale Strukturen übersetzen? Und umgekehrt natürlich auch: wie kann aus einer digitalen Struktur wieder etwas entstehen, das sich draußen am Hang zwischen Wald, Fels und Kulturlandschaft Alm leben lässt?

Vielleicht war das der eigentliche Anfang. Nicht das Projekt. Sondern die Projektion und die philosophische Auseinandersetzung mit Individuum, Objekt und Beziehungen zueinander…


Nuage

Ein Modell ist kein Ersatz der Wirklichkeit
Aber manchmal kann es ihr Atem sein.

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