Die Götter über dem Chiemgau – Zeus, Hera, Poseidon und der Hochgern

An die Götter des Olymps

Ein Stossgebet

Eine Rede aus dem Quellcode des Leidens – gesprochen von einem Künstler, der eine Homepage erstellen wollte.


1. Vor dem Tempel

Oh ihr unsterblichen Götter,
ihr, die über Donner, Dichtung und Domainnamen herrscht – hört mich an!
Ich, ein Künstler von sterblicher Gestalt,
mit Herz und Hand dem Schönen zugewandt,
bin gesendet in die Niederungen des World Wide Web,
um eine Seite zu erschaffen, die meinem Werk gleicht –
leicht, klar, und von innerer Wahrheit durchleuchtet.


2. Doch was fand ich?

Kein Elysium. Keine Ordnung. Keine Ästhetik.
Nur ein Labyrinth aus Blöcken, Buttons und Backend-Menüs,
wo selbst Daidalos verzweifeln würde –
und wo jeder Klick den Minotaurus weckt.


3. Die Plugin-Apokalypse

Sie nennen sich freundlich:
„Simple Slider“, „Yoast“, „WP Bakery“
und verhalten sich wie erboste Halbgötter
im Quelltext der Vergeblichkeit.
Installiere ich das eine stürzt das andere.
Füge ich das dritte hinzu verschwinden Buttons wie Nymphen im Nebel.
Ein Galerie-Plugin zerstört das Menü.
Ein SEO-Helfer lähmt den Texteditor.
Ein Kalender zerreißt das Layout wie ein Blitz aus Zeus’ Hand.


4. GenerateBlocks & ACF

Ach, GenerateBlocks!
Ein Versprechen auf Leichtigkeit, Modularität,
auf Gestaltung wie aus einem Guss
wie Marmor, direkt aus dem Rücken des Parnass.
Doch wehe dem Sterblichen, der meint, es ließe sich einfach „einfügen“.
Die Margins sprechen in Rätseln.
Das Responsive Verhalten verhält sich nicht.


Und dann: ACF.
Advanced Custom Fields. Göttlich-teuflisch.
Ein Datenlabyrinth im Namen der Struktur.
Du lässt mich Felder bauen,
die es vorher nicht gab.
Du gibst mir Macht – und Verantwortung.
Doch frage ich:
„Wie bringe ich mein Feld ins Frontend?“
Antwort:
„Mit einem Code-Schnipsel. In einem Template.
Mit einem Field-Key. Und einem halben Gebet.“


5. Und doch

Ich liebe sie beide.
GenerateBlocks mit seinem Pixel-Purismus.
ACF mit seiner unsichtbaren Ordnung.
Beide sind Teil meines kosmischen Bausatzes,
Werkzeuge meines Wahns – und meines Werdens.


6. Bitte an die Götter

So bitte ich, Götter,
nicht um Erlösung –
aber um Dokumentation, die lesbar ist.
Und um ein Backup.
Wenn das nicht möglich ist:
vielleicht ein YouTube-Tutorial.
Oder wenigstens ein Theme,
das nicht jeden Dienstag verschwindet.


Dies ist mein Plugin.
Dies ist mein Altar.
Dies ist mein Versuch, Schönheit zu retten
in einem CMS, das mich täglich aufs Neue prüft.