Szene:
Ein leerer Kriegsplatz nach der Schlacht. Kein Blut mehr, nur Erde. Kein Lärm, nur Wind.
Macbeth sitzt auf einem umgestürzten Schild. Du trittst aus dem Schatten eines Baumes, den es nie gab.
—
Du:
Heute – das Tun.
Die Handlung.
Die Bewegung, aus der alles kommt.
Macbeth (ohne aufzublicken):
Ich bin aus ihr gemacht.
Und in ihr vergangen.
Du:
Warum hast du gehandelt?
Macbeth:
Weil Stillstand der Tod ist.
Und ich dachte, Bewegung sei Leben.
Ich irrte mich.
Man kann auch laufend sterben.
Du:
Gab es einen Moment, in dem du nicht handeln wolltest?
Macbeth (langsam):
Jede Nacht.
Kurz bevor ich schlief.
Aber Träume sind keine Taten.
Und ich war kein Träumer.
Du:
Was ist für dich Handeln?
Macbeth:
Ein Pfeil.
Man spannt ihn mit Wünschen, zielt mit Angst – und lässt los.
Danach – gibt es keinen Weg zurück.
Du:
Hast du je etwas aus reiner Überzeugung getan?
Macbeth:
Nein.
Immer aus Mischung: Ehrgeiz, Furcht, Wut, Ahnung.
Reinheit ist was für Märtyrer.
Du:
Was würdest du einem Menschen heute sagen – der handeln will?
Macbeth (blickt auf die Erde):
Frag dich:
Was bleibt, wenn du es getan hast?
Und noch wichtiger:
Was bleibt von dir?
—
Der Wind hebt den Schild. Macbeth bleibt sitzen.
Ein letzter Gedanke:
„Handeln ist das, woran man später gemessen wird – und nie währenddessen.“
Fin.