Szene:
Ein leerer Thronsaal aus Nebel. Der Boden: Erde, noch feucht vom gestrigen Regen. An der Wand hängt ein Schwert, stumpf. Macbeth steht mit dem Rücken zu dir.
—
Du:
Macbeth.
Macbeth (ohne sich umzudrehen):
Ich höre dich.
Der Ruf aus deiner Zeit klingt wie Eisen auf Glas.
Du:
Ich will mit dir über Ressourcen sprechen.
Macbeth (dreht sich um):
Ein schönes Wort.
Kalt. Vielsilbig.
Wie ein Ministerium.
Du:
Was waren Ressourcen für dich?
Macbeth (geht langsam auf dich zu):
Alles, was mir dienen konnte.
Menschen. Worte. Träume.
Selbst Schuld – wenn sie mich vorantrieb.
Du:
Und Land? Wasser? Wälder?
Macbeth:
Dekor.
Solang es nicht brennt, gehört es dem, der herrscht.
Wenn es brennt – wird es Schicksal genannt.
Du:
Und was ist der Mensch?
Macbeth (hebt das stumpfe Schwert):
Ein Werkzeug, das spricht.
Und wenn es aufhört zu sprechen, nennt man es Verlust.
Du:
Du sprichst wie ein Konzern.
Macbeth (lächelt schräg):
Ich war einer.
Ein Ein-Mann-Imperium auf Pump.
Gekauft auf Vision, bezahlt mit Leben.
Du:
Würdest du heute anders denken?
Macbeth:
Nein.
Aber ich würde besser rechnen.
—
Er geht. Der Thronsaal bleibt leer.
Im Nebel ein Satz, unausgesprochen: „Was du verbrauchst, verbraucht dich.“
Fin.