24.06.2025
Ich war auf einem Walfänger.
Der Käpt’n hieß Ahab – besessen von einem Gedanken,
der die Form eines Wales hatte.
Seine Gier, seine Rücksichtslosigkeit,
seine manische Fixierung
rissen uns alle in den Untergang.
Wir alle sahen es kommen.
Doch das Schiff fuhr – und wir mit.
Warum ich überlebt habe?
Weil ich einen Freund hatte.
Der hieß Queequeg.
Queequeg baute sich einen Sarg.
Nicht aus Angst – aus Wissen.
Nicht für sich – sondern aus Vorahnung.
Als das Schiff sank,
trieb sein Sarg auf den Wellen.
Ich schwamm zu ihm –
und wurde getragen.
Nicht mein Mut rettete mich.
Nicht mein Wille.
Sondern: das Werk eines anderen.
Heute sehe ich viele Ahabs.
Nicht auf See –
sondern in Systemen, in Zahlen, in Köpfen.
Sie jagen. Und sie ziehen uns mit.
Was bleibt uns?
Wir müssen bauen.
Nicht Särge für Tote,
sondern Räume für das Überleben.
Neue Systeme.
Neue Denkräume.
Kein Weiter-So.
Fundamente,
die nicht sich selbst dienen –
sondern anderen Halt geben.
Nennt mich Ishmael.
Ich bin nicht der Held.
Ich bin der, der erzählt.
Weil einer vor mir gebaut hat.
Und vielleicht –
baue ich jetzt selbst.

Ein Tisch, ein Zweig, ein Blick in die Weite.
So beginnt Ewigkeit im Kleinen.