Er kam nicht zuerst – aber er stand unerschütterlich im zweiten Schritt. Diego Laínez war einer der sieben ersten Gefährten, die gemeinsam mit Ignatius in Montmartre die Gründungsgelübde der Gesellschaft Jesu ablegten. Geboren 1512 im spanischen Almazán, war er von Anfang an das theologische Rückgrat der jungen Bewegung. Wo andere mit Begeisterung vorangingen, suchte er Tiefe, Argumentation, geistige Ordnung. Als einer der führenden Teilnehmer des Konzils von Trient wurde Laínez zur Stimme des Ordens inmitten einer Kirche im Ringen um ihr eigenes Gesicht.
Nach dem Tod Ignatius’ wurde er 1558 zum zweiten Generaloberen gewählt – nicht als Fortführer, sondern als Vertiefer. Er verteidigte die Exerzitien, formte das Ordensverständnis mit, führte die Jesuiten durch wachsende Kritik und innere Ausdifferenzierung. Seine Stärke lag nicht in der charismatischen Geste, sondern im geistigen Dialog. In der Klarheit der Linie. In der Treue zum inneren Kern.
Laínez war kein Bild, das man sofort erkennt – er war die Struktur im Gewebe. Einer, der verstand, dass geistliche Bewegung nicht nur von Feuer lebt, sondern von Richtung. Dass eine Gemeinschaft nicht allein durch Sendung besteht, sondern durch Unterscheidung, Aushalten, Denken. Und darin liegt seine heutige Bedeutung: In einer Zeit der schnellen Meinungen war er Stimme der Gewissenhaftigkeit. Inmitten der Umbrüche – ein Mann des Prüfens. Und des Vertrauens.
Für dein Projekt, für das IfaZ, ist Laínez ein Zeuge jener Haltung, die das Leuchten nicht durch Lautstärke weiterträgt, sondern durch Genauigkeit. Ein Gehilfe des inneren Weges – mit Feder, mit Geduld, mit Feuer unter dem Schweigen.