Rubens Peter Paul

Rubens gehört zu den großen Namen des Barock – zumindest auf den Papieren der Kunstgeschichte. Er war Maler, Diplomat, Humanist, Vielreisender, Vielmaler, Vielredner. Seine Werke strotzen vor Bewegung, Fülle, Fleisch, Dynamik, Allegorie, Kurven. Und sie beeindrucken – keine Frage. Aber berühren sie auch?

Aus Sicht dieser Sammlung und aus meiner Sicht war Rubens nicht der Tiefgänger, als der er oft gehandelt wird. Er war ein glänzender Netzwerker, ein kluger Selbstdarsteller, ein Lieferant für Mächtige, der das Spiel der Repräsentation perfekt beherrschte. Er konnte gut malen – ja. Aber nicht mit Seele, nicht mit Wunde. Sein Werk bleibt formvollendet, aber oft seltsam leer.

Vergleicht man ihn etwa mit einem zu Unrecht in seinem Schatten stehenden Michiel Sweerts, so liegt da eine andere Welt: Bei Sweerts sehen wir die Stille, das Unsichtbare, das Nachbeben. Bei Rubens sehen wir vor allem das Deklarierte. Laut, gekonnt, aber selten notwendig.

Trotzdem hat Rubens Einfluss gehabt und zwar gewaltigen. Er hat die Malerei Europas barockisiert, hat Schulen geprägt, Werkstätten organisiert, Höfe beliefert, die Bildsprache verschoben. Und dafür gehört er in dieses Projekt: Als Figur der Wirkung, nicht aber der Wahrhaftigkeit.