Il Gesù, die römische Mutterkirche des Jesuitenordens, wurde ab 1568 nach Plänen von Giacomo Barozzi da Vignola erbaut und durch Giacomo della Porta vollendet. Sie gilt als wegweisend für die barocke Kirchenarchitektur: eine klare, einschiffige Raumform, die den Blick zielgerichtet auf Hochaltar und Deckenfresken lenkt. Besonders berühmt ist das überwältigende Deckenbild „Trionfo del Nome di Gesù“ von Giovanni Battista Gaulli (Baciccio), dessen Illusionsmalerei Raum und Himmel scheinbar miteinander verschmilzt. Il Gesù wurde zum architektonischen Vorbild zahlreicher Jesuitenkirchen weltweit und markiert einen Wendepunkt in der Inszenierung religiöser Pracht im Zeitalter der Gegenreformation.