Teil I – Die kallisophischen Kräfte
Diese drei Prinzipien bilden das Fundament der Kallisophie. Eine Haltung des Schauens, die Fürsorge und des schöpferischen Handelns.
Artikel I – Prinzip der Kallitropie
Hinwendung zum Schönen
Kallitropie bedeutet sich dem Schönen bewusst zuzuwenden. Nur durch diese Zuwendung kann das Schöne wachsen. Es entsteht nicht im Besitz sondern in der Beziehung. Wenn wir ihm Raum geben entfaltet es seine Kraft in uns und unserer Umgebung.
Schönheit wächst in der Zuwendung.
Artikel II – Prinzip der Kallimelea
Sorge um das Schöne
Wir handeln fürsorglich mit Dingen, Worten und Wesen. Was wir lieben verändert sich durch unsere Pflege. Deshalb pflegen wir: Räume, Beziehungen, Landschaften, Sprache.
Pflege ist die leise Revolution.
Artikel III – Prinzip der Kallitektur
Das Schöne hervorbringen
Kunst, Handwerk, Gespräche, alles kann schöpferisch sein. Wir erschaffen was noch nicht da ist um es mit anderen zu teilen. Jede Handlung ist ein kleiner Schritt in eine schönere Welt.
Wer schafft der herrscht nicht.
Teil II – Prinzipien in den sechs Körpern des IfaZ
Die folgenden sechs Prinzipien orientieren sich an den sechs Themenkörpern des Siebenkörper-Modells. Sie beschreiben wie kallisophische Haltung in der Welt wirksam wird. In Beziehungen, Entscheidungen und Tun.
Artikel IV – Prinzip der Achtung
Ressourcen würdigen und bewahren
Wir treten zu unseren Grundlagen in Beziehung. Das was uns trägt: die Erde, die Sprache, die Erinnerungen, die Stimmen, die Orte , das alles wurde gemeinsam hervorgebracht. Ressourcen begegnen wir mit Respekt und Sorgfalt. Wir achten was uns nährt und übernehmen Verantwortung für das was wir weitergeben.
Ressourcen sind geliehene Möglichkeiten.
Artikel V – Prinzip der Lebendigkeit
Veränderung annehmen
Leben verläuft nicht geradlinig. Es bringt Überraschungen, Brüche und neue Wege. Wir erkennen Veränderung als Teil des Lebens an und begegnen ihr mit Offenheit.
Leben heißt Veränderung bewusst zuzulassen.
Artikel VI – Prinzip der Bedeutung
Kultur durch gemeinsame Geschichten
Kultur entsteht wenn Menschen Dinge gemeinsam wichtig finden. Sprache, Feste, Lieder, Glaube oder Herkunft. Sie alle verbinden uns weil sie erzählt und geteilt werden. Wir tragen Verantwortung für die Geschichten, die wir weitergeben.
Kultur heißt gemeinsam etwas als wahr und wichtig annehmen.
Artikel VII – Prinzip der Ausrichtung
Werten aus der Schönheit heraus
Unsere Werte entstehen aus der Hinwendung zur Schönheit. Wir fragen: Trägt es uns? Nährt es uns? Stiftet es Leben? Was schön ist greifen wir auf und führen es weiter. Das Hässliche und was uns nicht entspricht lassen wir stehen.
Was wir anschauen wächst. Darum schauen wir das Schöne an.
Artikel VIII – Prinzip der Verantwortung
Antwort geben auf das was uns betrifft
Verantwortung beginnt dort wo etwas mit uns in Beziehung tritt. Sie verlangt, dass wir wahrnehmen was wir beeinflussen durch Worte, durch Entscheidungen und durch unsere Nähe. Wir übernehmen Verantwortung für das, was in unserem Wirkungsfeld liegt.
Verantwortung heißt erkennen was uns angeht und entsprechend handeln.
Artikel IX – Prinzip des Handelns
Das Schöne verwirklichen
Aus Verantwortung entsteht Handlung. Jede Geste setzt ein Zeichen für das, was uns wichtig ist. Wir handeln bewusst manchmal durch Tun, manchmal auch durch Unterlassen.
Wir retten nicht die Welt sondern wir gestalten ein schöneres Jetzt.
Schlussformel
Die Charta endet nicht. Sie beginnt hier
Wo immer du dem Schönen Raum gibst
Bist du auch Teil davon