Das Raufußhuhn steht auf dem alten Weg, der zwischen zwei Latschenstreifen hindurch führt. Es ist noch früh am Morgen. „Früher war es doch hier nie so eng. Man kommt ja kaum noch durch“, denkt das Raufußhuhn. Dann sagt es laut und entschlossen: „Wir müssen reden.“
Die Waldmaus kommt aus einem Loch. Der Grashüpfer sitzt schon da. Und von oben flattert die Drossel herab.
„Was ist denn mit dem Marderweibchen?“, fragt die Maus.
„Sie ist gegangen“, sagt das Huhn. „Mitsamt den Jungen. Ohne Umweg.“
„Aber wohin?“ will die Maus weiter wissen.
„Dorthin wo es noch geht, wo’s noch geht. Wo wir Tiere leben können“, antwortet die Drossel.
„Sie hat recht“, sagt das Raufußhuhn. „Das Marderweibchen hat genau gespürt, was kommen wird. Und sie hat gehandelt.“
Die Drossel neigt den Kopf. „Aber unser Zuhause ist doch hier, ist doch hier.“
„Und dennoch…“, das Huhn sieht hinüber zur Hütte. Dorthin wo kein Rauch mehr aufsteigt und wo die Tür noch immer verschlossen ist. „Der Ort bleibt nicht so wie er ist, nur weil wir alle hier bleiben wollen.“
„Was tun wir denn jetzt?“, fragt der Grashüpfer.
„Wir müssen uns einen Ort suchen, wo wir leben können. Mit anderen. Vielleicht auch mit Tieren, die dort schon leben. Wir fangen gemeinsam neu an. Was bleibt uns denn schon anderes übrig?“ Das Raufußhuhn überlegt.
Die Maus zieht ihre Stirn kraus. „Jetzt? Sofort?“
„Nicht heute“, sagt das Huhn. „Aber bald. Wir müssen ein neues Zuhause finden.“
Und es geht einen Schritt weiter. Nur einen kleinen. Aber es ist bereits der erste entschlossene Schritt in eine neue Zukunft.