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	<title>Figur &#8211; kesslfligga</title>
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	<description>kunst und kultur</description>
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	<title>Figur &#8211; kesslfligga</title>
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		<title>Kirchner-Figuren in Seeon</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/kirchner-figuren-in-seeon/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 20:23:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein erster Blick: Drei Figuren &#8211; ein Gefühl Wer am Kloster Seeon parkt und dort plötzlich auf diese drei bronzenen Gesellen trifft, der bleibt unweigerlich stehen. Da stehen sie: ein Mann in der Mitte, zwei Frauen links und rechts und alle drei splitterfasernackert, völlig unbeeindruckt vom bayerischen Wetter und den zuweilen dort aufkreuzenden Politikern. Lange ... <a title="Kirchner-Figuren in Seeon" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/kirchner-figuren-in-seeon/" aria-label="Mehr Informationen über Kirchner-Figuren in Seeon">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ein erster Blick: Drei Figuren &#8211; ein Gefühl</strong></h4>



<p>Wer am Kloster Seeon parkt und dort plötzlich auf diese drei bronzenen Gesellen trifft, der bleibt unweigerlich stehen. Da stehen sie: ein Mann in der Mitte, zwei Frauen links und rechts und alle drei splitterfasernackert, völlig unbeeindruckt vom bayerischen Wetter und den zuweilen dort aufkreuzenden Politikern. Lange dünne Haxen, kugelrunde Bäuche, große Ohren, die Arme in den Himmel gestreckt als würden sie sagen: „Ja, mei, wir leben halt!“ Und genau das ist der Moment, in dem man merkt: Die Figuren sind nicht nur Skulpturen. Die haben was. Die sind witzig, warmherzig und irgendwie… menschlich.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Näher rangehen lohnt sich – und plötzlich wird’s ernst</strong></h4>



<p>Von weitem wirken sie eher lustig, fast wie freundliche Fabelwesen. Aber wenn man näher rankommt dann fangen sie an, mit einem zu reden unaufdringlich aber doch deutlich. Da sind diese eingeprägten Inschriften auf ihren runden Bäuchen, halb Zitat, halb Geheimnis. Man muss gar nicht alles verstehen. Man muss auch nicht so tun als hätte man Kunstgeschichte studiert. Die Worte greifen einen trotzdem irgendwie am Kragen. Sie berühren einen dort wo man’s gar nicht erwartet: im Bauch, im Herzen, vielleicht auch in der Erinnerung an das eigene Aufstehen, an Krisen oder an Neuanfänge. Es ist ein bisserl so, als wären diese Figuren gute Freunde, die einen nicht ungefragt gute Ratschläge zuflüstern, sondern sie sind einfach und sagen: „Hock di her zu uns, wir schaffen das schon.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Drei Figuren &#8211; jede hat etwas zu erzählen</strong></h4>



<p>Die eine kniet, die andere steht breitbeinig da als würde sie gleich lostanzen und der Mann in der Mitte wirkt wie der Dirigent dieser kleinen Lebensrevue. Und ganz ehrlich: Man kann erzählen was man will diese Konstellation wirkt nicht zufällig. Der Künstler Heinrich Kirchner war zweimal verheiratet. Zwei Frauen, ein Mann – also bitte, das ist jetzt keine Raketenwissenschaft. Muss natürlich nicht stimmen, kann aber. Und genau das macht’s so charmant: weil Kirchner selber nie gesagt hat, was diese Figuren „wirklich“ bedeuten sollen. Da ist Platz. Da ist Luft. Da darf man auch mal seine eigene Lesart reinwerfen ohne dass gleich ein Kunsthistoriker aus dem Gebüsch springt und dich eines besseren belehrt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Humor mit Tiefgang: eine moderne Begegnung</strong></h4>



<p>Man kann diese Skulpturen aus heutiger Sicht wunderbar unbeschwert betrachten. Kein feierliches Getue, keine Angst, etwas „falsch“ zu interpretieren. Einfach schauen, lachen, staunen. Sie wirken wie drei Gestalten, die eigentlich zur Therapie wollten aber dann beschlossen haben: „Nee, wir gehen mal raus, stellen uns vor ein Kloster und schauen dann einfach was so passiert.“ Und das Ergebnis ist erstaunlich: Sie wirken frei. Sie wirken mutig. Und sie strahlen eine seltsame Form von Hoffnung aus – nicht die aufpolierte Hochglanzhoffnung sondern die echte, die mit Beulen, Dellen und Kanten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Warum diese Figuren bleiben – im Kopf und im Herzen</strong></h4>



<p>Es ist schwer, genau zu sagen, warum sie einen nicht loslassen. Vielleicht, weil sie so unprätentiös sind. Vielleicht, weil sie nicht versuchen, schlank, schön oder dramatisch zu sein. Vielleicht, weil ihre Körpersprache so viel sagt wie ein gutes Lied, dessen Text man nicht vollständig versteht. Oder weil sie einen daran erinnern, dass Hoffnung oft genau so aussieht: ein bisschen krumm, ein bisschen tapsig, ein bisschen fragil – aber immer aufrecht. Und immer irgendwie freundlich.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kunst, die einfach funktioniert – ohne Bedienungsanleitung</strong></h4>



<p>Das Beste an den Figuren: Man muss nichts darüber wissen um sie zu mögen. Es ist vollkommen egal, ob die Gemeinde irgendwas von Symbolik erzählt oder die Stadt Erlangen eine offizielle Deutung kopiert, die niemand hinterfragt. Wenn man davor steht und merkt: „Die berühren mich“, dann hat’s schon gepasst was der Kirchner da gemacht. Mehr braucht Kunst nicht. Mehr sollte sie auch nicht wollen.</p>



<p>Und du darfst sie sehen, wie du willst. Als Hoffnungsbilder. Als Dreiecksbeziehung. Als Bronze-Buddys. Als Lebensmut in Metall. Oder einfach als witzige, gutherzige Figuren die dich an einem grauen Tag zum Lächeln bringen.</p>



<p>Denn am Ende zählt nur eins:</p>



<p><strong>Mir gefällt’s. Es ist Kunst. Auf jeden Fall.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Leonhard</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-leonhard/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 09:48:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Darstellung und Ort In der&#160;Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten&#160;steht im linken Teil des Altarraums die Figur des&#160;hl. Leonhard, geschaffen Mitte des 18. Jahrhunderts vom Traunsteiner Bildhauer&#160;Johann Dietrich. Zusammen mit dem hl. Florian bildet sie die linke Heiligengruppe im Chorraum. Künstlerische Gestaltung Leonhard ist im weiten, reich gefalteten Mönchshabit dargestellt, dessen goldene Fassung die Figur im ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Leonhard" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-leonhard/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Leonhard">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Darstellung und Ort</h4>



<p>In der&nbsp;Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten&nbsp;steht im linken Teil des Altarraums die Figur des&nbsp;hl. Leonhard, geschaffen Mitte des 18. Jahrhunderts vom Traunsteiner Bildhauer&nbsp;Johann Dietrich. Zusammen mit dem hl. Florian bildet sie die linke Heiligengruppe im Chorraum.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Künstlerische Gestaltung</h4>



<p>Leonhard ist im weiten, reich gefalteten Mönchshabit dargestellt, dessen goldene Fassung die Figur im Kirchenraum leuchten lässt. Die Hände sind ausdrucksstark: Die linke öffnet sich in einer Geste des Segens, während die rechte eine&nbsp;schwere Kette&nbsp;hält – das wichtigste Attribut des Heiligen, der als Patron der Gefangenen und des Viehs verehrt wurde.</p>



<p>Das Gesicht ist fein gearbeitet, mit leicht geöffnetem Mund und nach oben gerichtetem Blick. Der&nbsp;Strahlennimbus&nbsp;hinter dem Kopf verstärkt die Wirkung des entrückten Ausdrucks: Leonhard erscheint als Mittler zwischen Himmel und Erde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stilistische Einordnung</h4>



<p>Die Figur gehört zum Werk des Traunsteiner Bildhauers&nbsp;Johann Dietrich, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts zahlreiche Kirchen im Chiemgau mit seinen Heiligenfiguren ausstattete. Typisch für ihn ist die Verbindung von&nbsp;barocker Bewegtheit, reicher Farb- und Goldfassung und zugleich volksnaher Ansprache. Leonhard erscheint nicht als strenger Mönch, sondern als freundlicher, zugewandter Fürsprecher.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bedeutung</h4>



<p>Der hl. Leonhard zählt zu den beliebtesten Volksheiligen Altbayerns. Besonders als&nbsp;Patron der Rinder und Pferde&nbsp;spielte er in einer bäuerlich geprägten Region eine große Rolle. Die Bernhauptener Figur verbindet diese bäuerliche Frömmigkeit mit der barocken Prachtentfaltung und zeigt so die&nbsp;lebendige Leonhardiverehrung&nbsp;im 18. Jahrhundert.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Florian</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-florian/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 08:31:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Darstellung und Ort Im linken Teil des Altarraums der&#160;Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten&#160;steht die&#160;Florianfigur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, ein charakteristisches Werk des Traunsteiner Bildhauers&#160;Johann Dietrich. Sie ergänzt das Ensemble der Heiligenfiguren, die im Chorraum aufgestellt sind. Künstlerische Gestaltung Die Figur zeigt Florian in der Rüstung eines römischen Offiziers, mit Helm und Fahne. In ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Florian" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-florian/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Florian">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung und Ort</strong></h4>



<p>Im linken Teil des Altarraums der&nbsp;<strong>Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten</strong>&nbsp;steht die&nbsp;<strong>Florianfigur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts</strong>, ein charakteristisches Werk des Traunsteiner Bildhauers&nbsp;<strong>Johann Dietrich</strong>. Sie ergänzt das Ensemble der Heiligenfiguren, die im Chorraum aufgestellt sind.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Gestaltung</strong></h4>



<p>Die Figur zeigt Florian in der Rüstung eines römischen Offiziers, mit Helm und Fahne. In der Hand trägt er ein Wassergefäß, aus dem er ein brennendes Haus löscht. Das Hausmodell mit deutlich sichtbaren Flammen ist zu seinen Füßen platziert und macht die Schutzfunktion des Heiligen anschaulich.</p>



<p>Die Haltung ist schwungvoll und bewegt: Florian richtet den Oberkörper zur Seite, hebt die Fahne und beugt sich zugleich über das Hausmodell. Diese&nbsp;<strong>barocke Dynamik</strong>&nbsp;wird durch die reichen Farbkontraste verstärkt: Goldene Partien wechseln mit Grün, Rot und Blau, wodurch die Figur im Raum zu leuchten scheint.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Zuschreibung und Stil</strong></h4>



<p>Johann Dietrich, der in Traunstein tätig war, gilt als einer der wichtigsten Bildhauer des 18. Jahrhunderts im Chiemgau. Seine Figuren zeichnen sich durch&nbsp;<strong>lebendige Bewegung, kräftige Farbigkeit und volksnahe Ansprache</strong>&nbsp;aus – Eigenschaften, die auch in der Bernhauptener Florianfigur deutlich werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bedeutung</strong></h4>



<p>Der hl. Florian war im 18. Jahrhundert einer der populärsten Heiligen in Süddeutschland und Österreich. Als Patron gegen Feuer, Wasser und Kriegsgefahren wurde er in vielen Kirchen verehrt. In Bernhaupten ergänzt er die Reihe der Schutzheiligen im Chorraum und stellt den Gläubigen ein&nbsp;<strong>sichtbares Bild des Schutzes vor Brand und Unglück</strong>&nbsp;vor Augen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kunsthistorische Beschreibung</strong></h2>



<p>Die Figur des hl. Florian in Bernhaupten ist ein charakteristisches Werk des&nbsp;<strong>18. Jahrhunderts</strong>&nbsp;und wird dem Traunsteiner Bildhauer&nbsp;<strong>Johann Dietrich</strong>&nbsp;zugeschrieben.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Darstellung:</strong> Florian erscheint in der Rüstung eines römischen Offiziers. Er trägt einen <strong>Helm mit Federbusch</strong>, eine <strong>Fahne mit Kreuzzeichen</strong> und ein <strong>Wassergefäß</strong>, mit dem er ein <strong>brennendes Haus</strong> löscht.</li>



<li><strong>Komposition:</strong> Die Figur ist in einer <strong>bewegten Pose</strong> gestaltet. Der Körper ist leicht zur Seite gedreht, der rechte Arm hebt die Fahne, während die linke Hand das Gefäß über das Hausmodell hält. Dadurch entsteht eine <strong>diagonale Spannung</strong>, die der Figur Schwung und Dynamik verleiht.</li>



<li><strong>Farbigkeit und Fassung:</strong> Die Gewänder sind reich mit <strong>Gold, Rot und Grün</strong> gefasst, die Rüstung glänzt in metallischen Tönen. Besonders die Vergoldungen setzen Akzente im Kirchenraum.</li>



<li><strong>Hausmodell:</strong> Das Haus zu seinen Füßen mit angedeuteten Flammen ist ein klar verständliches Attribut, das seine Rolle als <strong>Patron gegen Feuer</strong> unmittelbar veranschaulicht.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bewertung</strong></h2>



<p>Die Florianfigur ist ein hervorragendes Beispiel für die&nbsp;<strong>barocke Heiligenplastik im Chiemgau</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sie verbindet die <strong>theatralische Pracht des Barock</strong> mit der <strong>volksnahen Anschaulichkeit</strong>, die für die Gläubigen unmittelbar verständlich war.</li>



<li>Die <strong>lebendige Bewegung</strong> und die <strong>kräftige Farbigkeit</strong> sind typisch für Johann Dietrich, dessen Werke in der Region vielfach erhalten sind.</li>



<li>Im Vergleich zu den spätgotischen Figuren in Bernhaupten (wie Sebastian) zeigt sich hier die deutliche Entwicklung der Bildsprache: von der stillen, entrückten Würde der Gotik hin zu einer <strong>dramatisch inszenierten, barock bewegten Darstellung</strong>.</li>



<li>Als Ensemblefigur im Chorraum ergänzt Florian die Reihe der Schutzheiligen und verleiht dem Kirchenraum eine kraftvolle Bildbotschaft: <strong>Schutz vor Feuer und Unheil, göttliche Bewahrung durch das Eingreifen des Heiligen.</strong></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Fazit:</p>



<p>Die Bernhauptener Florianfigur ist nicht nur ein&nbsp;<strong>künstlerisch gelungenes Werk Johann Dietrichs</strong>, sondern auch ein&nbsp;<strong>bedeutendes Zeugnis barocker Volksfrömmigkeit</strong>. Sie verbindet&nbsp;<strong>ästhetische Qualität, liturgische Funktion und Schutzsymbolik</strong>&nbsp;in idealer Weise.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Sebastian</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-sebastian/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 08:00:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Darstellung und Ort Am rechten Chorpfeiler der&#160;Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten, über der Sakristei, befindet sich eine eindrucksvolle&#160;Sebastianfigur aus der Zeit um 1500. Sie zeigt den Heiligen in klassischer spätgotischer Form als jungen Mann, der an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt ist. Künstlerische Gestaltung Die Holzfigur ist farbig gefasst und partiell vergoldet. Der ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Sebastian" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-sebastian/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Sebastian">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung und Ort</strong></h4>



<p>Am rechten Chorpfeiler der&nbsp;<strong>Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten</strong>, über der Sakristei, befindet sich eine eindrucksvolle&nbsp;<strong>Sebastianfigur aus der Zeit um 1500</strong>. Sie zeigt den Heiligen in klassischer spätgotischer Form als jungen Mann, der an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Gestaltung</strong></h4>



<p>Die Holzfigur ist farbig gefasst und partiell vergoldet. Der schlanke Körper steht aufrecht, beinahe ruhig, obwohl er von Pfeilen übersät ist. Der&nbsp;<strong>idealisierte Jünglingskörper</strong>&nbsp;entspricht dem spätgotischen Schönheitsideal. Das Gesicht mit lockigem Haar zeigt keinen Schmerz, sondern eine stille Entrücktheit.</p>



<p>Das&nbsp;<strong>goldene Lendentuch</strong>&nbsp;ist sorgfältig gefaltet und hebt die Würde des Märtyrers hervor. Die Pfeile sind plastisch eingefügt und verteilen sich über den ganzen Körper – Ausdruck des Martyriums, das hier jedoch nicht schockierend, sondern&nbsp;<strong>verklärt</strong>&nbsp;ins Bild gesetzt wird.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Stilistische Einordnung</strong></h4>



<p>Die Figur gehört in die&nbsp;<strong>Spätgotik um 1500</strong>. Sie zeigt die für diese Zeit typische Balance von realistischer Körperdarstellung und geistiger Verklärung. Der leidende Körper wird nicht zum Ausdruck von Qual, sondern zum&nbsp;<strong>Sinnbild des standhaften Glaubens</strong>.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bedeutung</strong></h4>



<p>Sebastian galt seit dem Mittelalter als einer der wichtigsten Pestheiligen. Die Pfeile seines Martyriums wurden als Bild für die todbringenden Seuchen verstanden. In der Figur von Bernhaupten wird diese Symbolik sichtbar: Der Heilige steht verwundet, aber unerschüttert – ein&nbsp;<strong>Hoffnungszeichen für die Gemeinde</strong>, die in Zeiten von Krankheit und Not seine Fürsprache suchte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kunsthistorische Beschreibung</strong></h2>



<p>Die Sebastianfigur in Bernhaupten gehört in die&nbsp;<strong>Spätgotik um 1500</strong>&nbsp;und zeigt alle charakteristischen Merkmale dieser Epoche.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Darstellung:</strong> Der Heilige ist nahezu unbekleidet, nur ein golden gefasstes Lendentuch bedeckt seine Hüften. Er ist an einen <strong>Baumstamm</strong> gebunden, der seitlich hinter ihm hochragt. Zahlreiche <strong>Pfeile</strong> sind tief in seinen Körper getrieben und durchbrechen die glatte Oberfläche der Figur.</li>



<li><strong>Körperhaltung:</strong> Der Körper steht aufrecht, in leichter Gegenbewegung, ohne dramatische Verrenkung. Trotz der Verletzungen bleibt die Haltung <strong>ruhig und statuarisch</strong>.</li>



<li><strong>Gesicht:</strong> Das Gesicht ist von <strong>dichten Locken</strong> umrahmt, der Ausdruck entrückt und gefasst, beinahe weltfern. Schmerz oder Todesqual sind nicht das Thema – vielmehr die <strong>innere Standhaftigkeit</strong>.</li>



<li><strong>Polychromie:</strong> Die Fassung ist zurückhaltend, auf Gold und Hauttöne konzentriert. Das Gold des Lendentuchs und der Nimbus setzen Akzente der Heiligkeit. Die Blutspuren sind deutlich markiert, aber nicht naturalistisch übersteigert.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bewertung</strong></h2>



<p>Die Figur zeigt beispielhaft, wie die spätgotische Kunst den Märtyrer&nbsp;<strong>idealisiert</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Statt eines realistischen Bildes von Leid und Qual bietet sie das Bild des <strong>schönen Jünglings</strong>, der trotz Folter ungebrochen bleibt.</li>



<li>Diese Spannung zwischen <strong>Verletzlichkeit und Unerschütterlichkeit</strong> war für die Gläubigen um 1500 besonders bedeutsam: Sebastian wurde als <strong>Pestheiliger</strong> angerufen, die Pfeile galten als Sinnbild der Seuchen, die er überstand.</li>



<li>Im Vergleich zur expressiven Kunst der Spätgotik in Zentren wie Nürnberg oder Ulm wirkt die Bernhauptener Figur <strong>schlichter und bodenständiger</strong>, aber gerade dadurch auch <strong>volksnah</strong> und direkt ansprechend.</li>



<li>Sie verbindet monumentale Würde mit <strong>liturgischer Funktion</strong>: Im Chorraum, über der Sakristei, ist sie zugleich ein Mahnmal für Leid und ein Bild der Hoffnung.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Fazit:</p>



<p>Die Sebastianfigur von Bernhaupten ist ein&nbsp;<strong>hochwertiges Beispiel ländlicher spätgotischer Schnitzkunst</strong>. Sie zeigt nicht das Leiden im Detail, sondern das&nbsp;<strong>Ideal des unerschütterlichen Märtyrers</strong>, der den Gläubigen Mut machen sollte. In ihrer klaren Formensprache, der zurückhaltenden Fassung und der ruhigen Haltung verbindet sich&nbsp;<strong>Kunst, Frömmigkeit und Schutzfunktion</strong>&nbsp;in eindrucksvoller Weise.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus rechts im Chorraum</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-christophorus-chor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 06:59:24 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.kesslfligga.de/?post_type=objekt&#038;p=49117</guid>

					<description><![CDATA[Standort und Entstehung Rechts im Chor der Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten begegnet man einer eindrucksvollen Figur des heiligen Christophorus. Sie entstand im späten 17. Jahrhundert und wird nach Art dem Wasserburger Bildhauers Georg Ferdinand Hartmann zugeschrieben. (Bomhard) Darstellung des Heiligen Die Figur folgt der klassischen Legende: Christophorus, der Riese, stützt sich auf einen kräftigen Stab und trägt das&#160;Christuskind&#160;auf seiner ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus rechts im Chorraum" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-christophorus-chor/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus rechts im Chorraum">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Standort und Entstehung</strong></h4>



<p>Rechts im Chor der Filialkirche St. Jakobus in Bernhaupten begegnet man einer eindrucksvollen Figur des <strong>heiligen Christophorus</strong>. Sie entstand im <strong>späten 17. Jahrhundert</strong> und wird nach Art dem Wasserburger Bildhauers <strong>Georg Ferdinand Hartmann</strong> zugeschrieben. (Bomhard)</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung des Heiligen</strong></h4>



<p>Die Figur folgt der klassischen Legende: Christophorus, der Riese, stützt sich auf einen kräftigen Stab und trägt das&nbsp;<strong>Christuskind</strong>&nbsp;auf seiner Schulter. Barfuß, in leichter Schrittstellung, wirkt er, als sei er mitten im Fluss unterwegs.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Farben und Gewand</strong></h4>



<p>Das&nbsp;<strong>blaue Untergewand</strong>&nbsp;mit goldenen Säumen und der darüberliegende&nbsp;<strong>rotbraune Mantel</strong>, dessen Innenseite vergoldet ist, verleihen der Figur eine warme Ausstrahlung. Der Faltenwurf ist großzügig, schwingt in breiten Bahnen um den Körper und betont die Dynamik der Bewegung.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ausdruck und Beziehung zum Kind</strong></h4>



<p>Der Blick Christophorus’ richtet sich nach oben zum Kind – ein stilles Gespräch zwischen dem kraftvollen Träger und dem zarten Christus. Das&nbsp;<strong>Christuskind</strong>&nbsp;sitzt auf seiner Schulter, nackt bis auf ein goldenes Tüchlein, und hält die&nbsp;<strong>Weltkugel</strong>&nbsp;in der Hand, die es segnend erhebt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Barocke Handschrift</strong></h4>



<p>Die barocke Formensprache ist unverkennbar: Statt strenger Linien herrschen&nbsp;<strong>bewegte Formen, leuchtende Farben und eine volksnahe Ansprache</strong>&nbsp;vor. Christophorus wirkt nicht entrückt, sondern unmittelbar gegenwärtig – ein Heiliger, der den Gläubigen Schutz und Beistand auf ihren Wegen zusichert.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bedeutung</strong></h4>



<p>So verbindet die Bernhauptener Christophorusfigur die&nbsp;<strong>Pracht des Barock</strong>&nbsp;mit der tiefen Volksfrömmigkeit. Sie zeigt den Riesenheiligen als&nbsp;<strong>kraftvollen Begleiter und Schutzpatron der Reisenden</strong>, dessen Bild seit Jahrhunderten in Kirchen und an Wegen den Menschen Vertrauen und Zuversicht schenkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Analyse der Christophorusfigur (Hartmann-Werkstatt, spätes 17. Jh.)</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Haltung und Komposition</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Christophorus ist in <strong>Schreitstellung</strong> dargestellt: das linke Bein vorgestreckt, das rechte nachgezogen. Die Haltung vermittelt Bewegung und Kraft.</li>



<li>Der Oberkörper ist leicht gedreht, sodass Dynamik entsteht, während die Figur zugleich statuarisch monumental wirkt.</li>



<li>In der Linken hält er einen langen <strong>Stab</strong>, der wie ein Baumstamm wirkt und die Vertikale der Figur betont.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gewandung</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anders als bei spätgotischen Vorgängern, wo das Gewand in feinen, tiefen Falten rhythmisiert ist, zeigt sich hier die <strong>barocke Vereinfachung</strong>: große, flächige Partien, die in weichen Schwüngen den Körper umspielen.</li>



<li>Farbigkeit: ein <strong>hellblaues Untergewand</strong> mit goldenen Säumen, darüber ein <strong>rotbrauner Mantel</strong>, innen vergoldet. Diese Farbkombination wirkt kraftvoll und verleiht der Figur Wärme und Leuchtkraft im Kirchenraum.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Kopf und Ausdruck</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Christophorus trägt einen mächtigen <strong>Bart</strong> und dichtes, lockiges Haar – beides sorgfältig geschnitzt.</li>



<li>Der Blick ist <strong>auf das Christuskind gerichtet</strong>, mit ruhigem, fast erstauntem Ausdruck. Man spürt die innere Spannung zwischen körperlicher Kraft und geistigem Erfassen der Last.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Christuskind</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Christuskind sitzt auf der Schulter, <strong>nackt bis auf ein goldenes Tüchlein</strong>.</li>



<li>Es hebt den Blick zu Christophorus, hält in der Hand eine <strong>goldene Kugel</strong> – Symbol der Welt, die es trägt.</li>



<li>Der Gegensatz ist kunstvoll herausgearbeitet: die monumentale Figur des Riesen und das zarte, fast spielerische Kind.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Stilistische Einordnung</strong></h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Figur ist <strong>typisch barock</strong>: kraftvolle Körper, große Gesten, klare Komposition, leuchtende Farben.</li>



<li>Weniger detailverliebt als gotische Werke, dafür stärker auf <strong>Raumwirkung und Ansprache</strong> der Gläubigen ausgerichtet.</li>



<li>Peter Bomhards Zuschreibung an die Werkstatt Hartmann ist schlüssig: die kräftige, volkstümliche Ausformung, das Spiel mit Farbe und Gold, die Spannung zwischen Monumentalität und Anschaulichkeit tragen die Handschrift dieser Werkstatt.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bewertung</strong></h2>



<p>Diese Christophorusfigur ist ein hervorragendes Beispiel für die&nbsp;<strong>ländliche Barockskulptur des späten 17. Jahrhunderts</strong>in Oberbayern.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sie verbindet die volkstümliche Beliebtheit des Heiligen – Schutzpatron der Reisenden – mit der barocken Prachtentfaltung.</li>



<li>Künstlerisch überzeugt sie durch die monumentale Haltung, den lebendigen Dialog zwischen Christophorus und dem Kind sowie die harmonische Farbgebung.</li>



<li>Im Vergleich zu den älteren spätgotischen Christophorusfiguren der Region zeigt sich hier der <strong>Wandel des Stils</strong>: von der Strenge der Gotik hin zur Bewegtheit und Farbigkeit des Barock.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus, Seitenaltar</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-christophorus-seitenaltar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 06:10:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Christophorus in Bernhaupten Am rechten Seitenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Bernhaupten steht die Figur des heiligen Christophorus. Sie entstand Anfang des 16. Jahrhunderts und zeigt den volkstümlich beliebten Riesenheiligen in klassischer Weise. Nach Peter Bomhard stammt die Figur womöglich vom Seitenaltar in Alferting, St. Georg. Darstellung des Riesenheiligen Christophorus ist barfuß dargestellt, sein kräftiger ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus, Seitenaltar" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-christophorus-seitenaltar/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Christophorus, Seitenaltar">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Christophorus in Bernhaupten</strong></h4>



<p>Am rechten Seitenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Bernhaupten steht die Figur des heiligen Christophorus. Sie entstand Anfang des 16. Jahrhunderts und zeigt den volkstümlich beliebten Riesenheiligen in klassischer Weise. Nach Peter Bomhard stammt die Figur womöglich vom Seitenaltar in Alferting, St. Georg.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung des Riesenheiligen</strong></h4>



<p>Christophorus ist barfuß dargestellt, sein kräftiger Körper in einen gold-grün gefassten Mantel gehüllt. In der linken Hand stützt er sich auf einen mächtigen Stab, der wie ein ganzer Baumstamm wirkt. Auf seiner Schulter trägt er das Christuskind, das mit erhobener Hand die Segensgeste vollzieht. Der Heilige hebt den Blick nach links oben – eine subtile Darstellung des Augenblicks, in dem er die übermenschliche Last erkennt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Gestaltung</strong></h4>



<p>Die Figur ist aus Holz geschnitzt und farbig gefasst. Goldene Partien lassen das Gewand leuchten, während das Grün und Blau Tiefe und Kontrast schaffen. Der Faltenwurf ist klar strukturiert und verleiht der Skulptur eine dynamische Bewegung, die Christophorus’ Gang durch den Fluss andeutet.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Symbolik und Bedeutung</strong></h4>



<p>Die Darstellung verweist auf die Legende: Christophorus, ein Riese, trug das Christuskind über einen Fluss, doch die Last wurde immer schwerer – bis er erkannte, dass er den Schöpfer der Welt auf seinen Schultern trug. Seit dem Mittelalter gilt Christophorus als mächtiger Schutzpatron gegen plötzlichen Tod und als Begleiter der Reisenden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Christophorusverehrung im Chiemgau</strong></h4>



<p>Die Figur in Bernhaupten reiht sich in eine lange Tradition von Christophorusdarstellungen in Oberbayern ein. An Kirchenfassaden, Brücken oder in Fresken begegnet man ihm häufig. Die Skulptur im Chorraum von St. Jakobus verbindet diese volkstümliche Verehrung mit der liturgischen Gestaltung des Kirchenraums.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Analyse der Christophorus-Figur (Anfang 16. Jh.)</strong></h3>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Stilistische Merkmale</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Körperdarstellung:</strong>&nbsp;Christophorus ist kräftig und monumental geschnitzt, wie es der Legende vom Riesen entspricht. Die Füße sind groß und fest auf den Boden gesetzt – ein Symbol für Standhaftigkeit und Kraft.</li>



<li><strong>Gewandung:</strong>&nbsp;Der Faltenwurf des Mantels ist stark stilisiert, mit langen, fließenden Bahnen, die den Körper in rhythmische Bewegungen gliedern. Gold und Grün unterstreichen den Wechsel von Licht und Schatten. Das ist typisch für die&nbsp;<strong>spätgotische Draperie</strong>, die nicht nur Kleidung darstellt, sondern auch eine symbolische Aura des Heiligen erzeugt.</li>



<li><strong>Gesicht:</strong>&nbsp;Bart und Haar sind sorgfältig gearbeitet, mit feinen Locken, die eher noch der gotischen Tradition entsprechen. Der Ausdruck wirkt ernst, aber nicht streng, eher gesammelt und nach oben gewandt – die Hinwendung zum Christuskind betont den inneren Dialog zwischen dem Heiligen und Christus.</li>



<li><strong>Christuskind:</strong>&nbsp;Auffallend klein im Verhältnis zur riesenhaften Gestalt Christophorus’, fast wie ein Miniaturwesen. Das Kind erhebt die Hand zum Segen und hält den Blick geradeaus. In dieser Kontrastierung liegt die theologische Aussage: Der Kleine ist der Größere, das Schwache trägt die ganze Welt.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Komposition und Wirkung</strong></h4>



<p>Die Figur folgt dem klassischen Christophorus-Schema: mächtiger Körper, schreitende Haltung, Stab in der Hand, Kind auf der Schulter.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Auffallend ist die&nbsp;<strong>Klarheit und Symmetrie</strong>&nbsp;der Komposition: kein übersteigerter Pathos, sondern eine ruhige, fast statuarische Würde.</li>



<li>Die&nbsp;<strong>Vergoldung</strong>&nbsp;gibt der Figur Glanz und sakrale Präsenz im Kirchenraum.</li>



<li>Die kräftige Farbigkeit (Gold, Grün, Rot) verbindet die Figur mit dem Licht und der liturgischen Atmosphäre am Altar.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kunsthistorische Einordnung</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anfang 16. Jahrhundert im Chiemgau: Die Werkstätten orientierten sich stark an der spätgotischen Tradition Süddeutschlands, etwa an den Schnitzwerken der Regensburger und Salzburger Bildschnitzer.</li>



<li>Der Christophorus in Bernhaupten zeigt deutlich diese&nbsp;<strong>spätgotische Formensprache</strong>, aber zugleich eine&nbsp;<strong>Reduktion auf klare Linien</strong>, die schon auf die Renaissance hindeutet.</li>



<li>Im Vergleich zu überlebensgroßen Christophorus-Wandbildern, die oft an Kirchenfassaden angebracht wurden, wirkt die Skulptur intimer, für den Altarraum bestimmt, und verbindet den monumentalen Riesen mit einer gewissen Vertrautheit.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bewertung</strong></h3>



<p>Die Christophorusfigur in Bernhaupten ist ein&nbsp;<strong>qualitativ bemerkenswertes Beispiel süddeutscher Schnitzkunst um 1500</strong>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sie vermittelt das Spannungsfeld zwischen der&nbsp;<strong>körperlichen Kraft</strong>&nbsp;des Heiligen und der&nbsp;<strong>geistigen Last</strong>, die er trägt.</li>



<li>Künstlerisch überzeugt die Figur durch den&nbsp;<strong>plastischen Faltenwurf</strong>, die&nbsp;<strong>harmonische Komposition</strong>&nbsp;und den&nbsp;<strong>Ausdruck ruhiger Würde</strong>.</li>



<li>Ihre&nbsp;<strong>liturgische Funktion</strong>&nbsp;ist klar: Als Schutzheiliger gegen den plötzlichen Tod und als Patron der Reisenden sollte Christophorus den Gläubigen direkt im Kirchenraum begegnen – nicht nur monumental an der Außenwand, sondern nahbar am Altar.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Wolfgang</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-hl-wolfgang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Sep 2025 19:49:07 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.kesslfligga.de/?post_type=objekt&#038;p=49108</guid>

					<description><![CDATA[Herkunft und Datierung Die Figur des heiligen Wolfgang am Nebenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Bernhaupten gehört zu den bedeutenden Beispielen spätgotischer Skulptur im Chiemgau. Sie entstand wohl&#160;Anfang des 16. Jahrhunderts. Peter Bomhard vermutet, dass sie ursprünglich vom&#160;Nebenaltar der Kirche St. Georg in Alferting&#160;stammen könnte und erst später nach Bernhaupten übertragen wurde. Darstellung des Heiligen ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Wolfgang" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-hl-wolfgang/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Wolfgang">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Herkunft und Datierung</strong></h4>



<p>Die Figur des heiligen Wolfgang am Nebenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Bernhaupten gehört zu den bedeutenden Beispielen spätgotischer Skulptur im Chiemgau. Sie entstand wohl&nbsp;<strong>Anfang des 16. Jahrhunderts</strong>. Peter Bomhard vermutet, dass sie ursprünglich vom&nbsp;<strong>Nebenaltar der Kirche St. Georg in Alferting</strong>&nbsp;stammen könnte und erst später nach Bernhaupten übertragen wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung des Heiligen</strong></h4>



<p>Wolfgang erscheint als Bischof in voller Pontifikaltracht:&nbsp;<strong>Mitra</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Krummstab</strong>&nbsp;kennzeichnen ihn als Hirten der Kirche. In seiner rechten Hand trägt er ein&nbsp;<strong>Kirchenmodell</strong>, das auf seine Rolle als Kirchenstifter verweist. Damit wird er zum Sinnbild für den Bau und die Erneuerung der Kirche.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Künstlerische Gestaltung</strong></h4>



<p>Die Skulptur ist aus Holz geschnitzt und&nbsp;<strong>polychrom gefasst</strong>. Der Körper steht aufrecht und strahlt stille Würde aus. Der&nbsp;<strong>Faltenwurf</strong>&nbsp;des Gewandes folgt der spätgotischen Formensprache: weich fließend, zugleich streng rhythmisierte Linien, die Licht und Schatten lebendig spielen lassen. Gold hebt die Gewandsäume und den Krummstab hervor, während Rot- und Grüntöne die Farbigkeit der Figur bestimmen. Das fein geschnitzte Gesicht mit hoher Stirn und ernstem Ausdruck betont die geistige Autorität des Bischofs.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ikonographische Bedeutung</strong></h4>



<p>Das <strong>Kirchenmodell</strong> in der Hand ist das zentrale Attribut des heiligen Wolfgang (m.E. evtl. möglich auch Hl. Virgil von Salzburg, läge eigentlich näher). Es verweist auf seine historische Bedeutung als Reformer, Kirchenbauer und Patron Bayerns. In Bayern und Österreich gehörte Wolfgang zu den beliebtesten Heiligen; sein Gedenktag am <strong>31. Oktober</strong> wurde vielerorts festlich begangen. </p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Wirkung im Kirchenraum</strong></h4>



<p>In Bernhaupten fügt sich die Wolfgangfigur in das Heiligenensemble der Pfarrkirche ein und ergänzt die Darstellungen anderer Patronate. Ihre Herkunft aus Alferting bleibt zwar unsicher, doch gerade diese mögliche Versetzung zeigt, wie sehr Figuren wie diese in der Region geschätzt und bewahrt wurden. Heute lädt die Figur am Nebenaltar dazu ein, sich an den großen Reformbischof zu erinnern und in seiner Darstellung Glauben, Geschichte und Kunst in einem Bild zu vereinen.</p>
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		<title>Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Rochus von Montpellier</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-hl-rochus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Sep 2025 12:56:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Standort und Ensemble Die Rochusfigur steht im&#160;Chorraum&#160;der Filialkirche&#160;St. Jakobus, Bernhaupten, auf der&#160;rechten Seite&#160;(vom Besucher aus gesehen), gemeinsam mit&#160;Sebastian&#160;und&#160;Christophorus. Auf der linken Seite befinden sich&#160;Leonhard&#160;und&#160;Florian. So bildet Rochus innerhalb des Fünfer-Ensembles den spezifischen&#160;Pest- und Seuchenheiligen. Datierung und Stil Die Skulptur wird Mitte 17. Jahrhundert (nach Bomhard) datiert. Formgefühl, Faltenwurf und die lebendige Haltung verweisen auf eine barocke bzw. frühbarocke Werkstatttradition ... <a title="Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Rochus von Montpellier" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/bernhaupten-st-jakobus-hl-rochus/" aria-label="Mehr Informationen über Bernhaupten, St. Jakobus, Hl. Rochus von Montpellier">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Standort und Ensemble</strong></h4>



<p>Die Rochusfigur steht im&nbsp;<strong>Chorraum</strong>&nbsp;der Filialkirche&nbsp;<strong>St. Jakobus, Bernhaupten</strong>, auf der&nbsp;<strong>rechten Seite</strong>&nbsp;(vom Besucher aus gesehen), gemeinsam mit&nbsp;<strong>Sebastian</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Christophorus</strong>. Auf der linken Seite befinden sich&nbsp;<strong>Leonhard</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Florian</strong>. So bildet Rochus innerhalb des Fünfer-Ensembles den spezifischen&nbsp;<strong>Pest- und Seuchenheiligen</strong>.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Datierung und Stil</strong></h4>



<p>Die Skulptur wird <strong>Mitte 17. Jahrhundert</strong> (nach Bomhard) datiert. Formgefühl, Faltenwurf und die lebendige Haltung verweisen auf eine <strong>barocke</strong> bzw. frühbarocke Werkstatttradition im süddeutsch-österreichischen Raum. Die Figur wird von Albert Rosenegger dem Traunsteiner Bildhauer Georg Pämer zugeschrieben, was augenscheinlich zutrifft, dürfte danach eher Ende 17. Jh entstanden sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Material und Fassung</strong></h4>



<p>Geschnitzte&nbsp;<strong>Holzfigur</strong>,&nbsp;<strong>polychrom gefasst</strong>, mit&nbsp;<strong>partiellen Vergoldungen</strong>&nbsp;(u. a. Heiligenschein/Strahlenkranz, Zierleisten am Gewand, Stiefel). Die Fassung steigert die Plastizität und trennt die Funktionsbereiche der Figur (Körper – Gewand – Attribute) klar.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung und Attribute</strong></h4>



<p>Rochus erscheint als&nbsp;<strong>Pilgerheiliger</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Heiligenschein/Strahlenkranz</strong> hinter dem Kopf.</li>



<li><strong>Gewandhebung</strong> mit der linken Hand: freigelegter <strong>rechter Oberschenkel</strong> mit <strong>Pestbeule</strong> (rötlich abgesetzt).</li>



<li><strong>Pilgerikonographie</strong> (Mantel, Pilgerzeichen am Gewand rechts Jakobsmuschel; in der Rechten ein längliches Attribut – wohl Stab, scheint verschwunden zu sein). Am Gewand links gekreuzte Lanzetten (Werkzeug zum Aderlass/Aufstechen von Pestbeulen). Die bewusste Zurschaustellung der Wunde ist das <strong>zentrale Erkennungsmerkmal</strong> des Hl. Rochus.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Beistehende Figur (Engel/Putto)</strong></h4>



<p>Seitlich steht ein&nbsp;<strong>Engelknabe (Putto)</strong>&nbsp;in goldener Fassung, der&nbsp;<strong>auf die Wunde weist</strong>. Diese Geste führt den Blick des Betrachters zur theologischen Aussage:&nbsp;<strong>Rochus als Fürsprecher</strong>&nbsp;gegen ansteckende Krankheiten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Komposition und Blickführung</strong></h4>



<p>Die Figur ist&nbsp;<strong>frontal</strong>&nbsp;adressiert, aber mit&nbsp;<strong>leichten Drehungen</strong>&nbsp;in Kopf und Armen, wodurch eine&nbsp;<strong>diagonale Blickführung</strong>&nbsp;entsteht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>vom Gesicht über den <strong>Strahlenkranz</strong>,</li>



<li>hinab zur <strong>Gewandhebung</strong> und <strong>Pestbeule</strong>,</li>



<li>zum <strong>hinweisenden Putto</strong>. So entsteht ein klarer ikonographischer „Lesepfad“.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Theologische Bedeutung</strong></h4>



<p>Rochus († um 1327/29) gilt als&nbsp;<strong>Pestheiliger</strong>. Die&nbsp;<strong>Wunde</strong>&nbsp;steht für die&nbsp;<strong>Solidarität</strong>&nbsp;mit den Leidenden;&nbsp;<strong>Hund</strong>&nbsp;(in Bernhaupten nicht dargestellt) und&nbsp;<strong>Engel</strong>&nbsp;gehören zur Legende der Heilung und Versorgung in der Einsamkeit. Liturgisch ist der&nbsp;<strong>16. August</strong>&nbsp;(Rochustag) der Gedenktag; historisch wurde er besonders in&nbsp;<strong>Seuchenzeiten</strong>&nbsp;angerufen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kunsthistorische Einordnung</strong></h4>



<p>Die&nbsp;<strong>spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Rochusverehrung</strong>&nbsp;gewann im 15.–17. Jh. stark an Bedeutung. Im süddeutschen Raum sind&nbsp;<strong>polychrome Holzfiguren</strong>&nbsp;mit&nbsp;<strong>Gewandhebung</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Beisteher</strong>&nbsp;(Engel/Hund) verbreitet. Die Bernhauptener Figur entspricht diesem Typus, zeigt aber in der Fassung (Grün-Rot-Gold) eine&nbsp;<strong>lokaltypische Farbbalance</strong>.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Rolle im Bernhauptener Chorraum</strong></h4>



<p>Zentral im <strong>rechten Chorensemble</strong> vermittelt Rochus neben <strong>Sebastian</strong> (Märtyrer gegen Pest, Pfeile) und <strong>Christophorus</strong> (Schutz der Reisenden/Alltagsgefährdungen). Zusammen entsteht ein <strong>ikonographischer Schutzraum</strong>: körperliche Bedrohung (Pest), Lebensweg (Pilger-/Reisemotiv) und Fürsprache.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Details zum Entdecken (für Besucher)</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Rötliche Modellierung</strong> der <strong>Pestbeule</strong> – klein, aber bildbestimmend.</li>



<li><strong>Goldene Akzente</strong> (Strahlenkranz, Zierleisten, Stiefel) – heben Heiligkeit und Rhythmus der Form hervor.</li>



<li><strong>Gestik des Putto</strong> – die zeigende Hand ist der „Hinweisfinger“ der Bildtheologie.</li>



<li><strong>Faltenwurf</strong> am Mantel – barocke Bewegung trotz ruhiger Grundhaltung.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Erhaltungszustand / Restaurierung</strong></h4>



<p>(Ohne Aktenlage:)&nbsp;<strong>Polychromie</strong>&nbsp;insgesamt&nbsp;<strong>gut lesbar</strong>; vergoldete Partien betonen die Konturen. Hinweise auf&nbsp;<strong>Alterspatina</strong>&nbsp;sind sichtbar; weiterführende Angaben (Retuschen, Restaurierungsjahre) können nach Archivalien/Labordaten ergänzt werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Datierung / Provenienz / Literatur</strong></h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Datierung:</strong> Mitte 17. Jh. (<strong>nach Bomhard</strong>).</li>



<li><strong>Provenienz:</strong> Bestand der Filialkirche St. Jakobus, Bernhaupten (Chorraum), vorher Pfarrkirche Vachendorf.</li>



<li><strong>Literatur/Quelle:</strong> Bomhard, A. Rosenegger.</li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kurzfazit</strong></h4>



<p>Die Bernhauptener Rochusfigur ist eine&nbsp;<strong>typische, klar lesbare Pestheiligen-Darstellung</strong>&nbsp;des 17. Jahrhunderts. Sie verbindet&nbsp;<strong>prägnante Ikonographie</strong>&nbsp;(Gewandhebung, Wunde, Putto) mit&nbsp;<strong>farbkräftiger Fassung</strong>&nbsp;und fügt sich schlüssig in das&nbsp;<strong>Fünfer-Ensemble</strong>&nbsp;des Chorraums ein. Damit vermittelt sie bis heute den&nbsp;<strong>Schutz- und Fürbittgedanken</strong>&nbsp;einer Gemeinde, die Seuchen als reale Bedrohung kannte.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einharting, St. Margaretha, Hl. Margaretha von Adam Hartmann</title>
		<link>https://www.kesslfligga.de/objekt/hl-margaretha-von-adam-hartmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[joki]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2025 16:29:53 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.kesslfligga.de/?post_type=objekt&#038;p=48612</guid>

					<description><![CDATA[Objektbeschreibung Darstellung Die Figur zeigt die heilige Margareta von Antiochien als jugendliche, gekrönte Frauengestalt in festlicher Gewandung. Sie steht in leichter Kontraposthaltung auf einer Konsolbasis mit einem Puttenkopf und blickt mit leicht geneigtem Haupt und erhobenem Blick nach schräg oben. In ihrer linken Hand hält sie eine Märtyrerpalme, in der rechten ist eine gespreizte Finger- ... <a title="Einharting, St. Margaretha, Hl. Margaretha von Adam Hartmann" class="read-more" href="https://www.kesslfligga.de/objekt/hl-margaretha-von-adam-hartmann/" aria-label="Mehr Informationen über Einharting, St. Margaretha, Hl. Margaretha von Adam Hartmann">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Objektbeschreibung</strong></h2>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Darstellung</strong></h4>



<p>Die Figur zeigt die heilige Margareta von Antiochien als jugendliche, gekrönte Frauengestalt in festlicher Gewandung. Sie steht in leichter Kontraposthaltung auf einer Konsolbasis mit einem Puttenkopf und blickt mit leicht geneigtem Haupt und erhobenem Blick nach schräg oben. In ihrer linken Hand hält sie eine Märtyrerpalme, in der rechten ist eine gespreizte Finger- und Segensgeste angedeutet.</p>



<p>Zu ihren Füßen windet sich ein kleiner, gedrungener Drache, dessen Maul weit geöffnet ist. Aus seinem Rachen schlägt eine züngelnde, flammenartige Zunge. Die Figur der Heiligen ist so positioniert, dass der Saum ihres Mantels den Drachen teilweise verdeckt – eine ikonographische Anspielung auf die Legende, in der Margareta vom Drachen verschlungen und durch das Kreuzzeichen befreit wird.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Maße und Material</strong></h4>



<p>Die Figur ist vollplastisch aus Holz geschnitzt, farbig gefasst und teilweise vergoldet. Die Maße sind nicht exakt dokumentiert, die Höhe beträgt jedoch schätzungsweise zwischen 120 und 140 cm.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gewandung und Fassung</strong></h4>



<p>Margareta trägt ein langes, blaugrün gefasstes Unterkleid mit goldenen Zierornamenten im Miederbereich und weiten, gerafften Manschetten. Darüber liegt ein reich vergoldeter, weit ausschwingender Mantel mit violett gefüttertem Innenstoff. Der Faltenwurf ist klar gegliedert, mit breiten Flächen und scharfkantigen Brüchen, die den Stoff plastisch hervortreten lassen. Die Vergoldung ist als Blattgold auf Kreidegrund aufgetragen, teils poliert, teils matt belassen. Die Polychromie der Inkarnate ist hell, mit dezenten Rosatönen für Lippen und Wangen.</p>



<p>Der Drache ist olivgrün mit goldgelbem Bauch gefasst, die Augen rot gerändert, das Innere des Mauls kräftig rot bemalt. Die Flammenzunge ist in Abstufungen von Rot bis Ocker gefasst.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Architektonische Rahmung</strong></h4>



<p>Die Figur ist Teil eines barocken Altaraufbaus. Über ihr befindet sich ein Baldachin mit muschelförmigem Aufsatz, seitlich flankiert von Fruchtgehängen (Trauben, Äpfel) und einer gedrehten, mit Weinlaub dekorierten Säule.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Datierung und Zuschreibung</strong></h4>



<p>Die Arbeit wird auf etwa 1670 datiert. Stilistische Merkmale – insbesondere der klare, architektonische Faltenwurf, die proportionierte Gestalt und die charaktervolle Nebengestalt des Drachen – lassen eine Zuschreibung an Adam Hartmann (<em>tätig in Wasserburg am Inn im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts</em>) als wahrscheinlich erscheinen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Stilistische Einordnung</strong></h4>



<p>Die Figur gehört zum süddeutschen Frühbarock. Die strenge Grundhaltung und der geordnete Faltenwurf verweisen noch auf die Spätphase der Renaissance- und Frühbarocktradition, während Gestik, reiche Vergoldung und figürliche Lebendigkeit bereits den Übergang zum Hochbarock ankündigen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Erhaltungszustand</strong></h4>



<p>Die originale Fassung ist weitgehend erhalten, nur geringfügige Ergänzungen und Retuschen sind erkennbar. Die Vergoldung zeigt partiell Patina und kleinere Abplatzungen, die jedoch die Gesamtwirkung kaum beeinträchtigen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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