Im Metaphysischen Café erweitert sich das Gespräch, als Vatanen zu Bohr und Schrödinger tritt. Mit ihm kommt eine bodennahe, klare Perspektive hinzu. Ein Dackel erscheint erneut und verändert durch bloße Anwesenheit die Ordnung der Aufmerksamkeit. Bohr beschreibt präzise die Wirkung von Beobachtung und Grenze, Schrödinger öffnet den Raum für Möglichkeit und gemeinsames Erleben, Vatanen fasst schlicht zusammen, was sich zeigt.

Im Zusammenspiel der drei Haltungen entsteht ein Gespräch ohne Bewertung und ohne Korrektur. Unterschiedlichkeit bleibt stehen und gewinnt Würde. Der Dackel hört zu, urteilt nicht und macht Haltung sichtbar. Schönheit entsteht durch Achtung, Gespräch durch Respekt, Sinn durch den Umgang miteinander. Der Raum bleibt offen.

Im Metaphysischen Café vertieft sich das Gespräch zwischen Bohr und Schrödinger. Der Raum ist belebt, das Thema verschiebt sich von unmittelbarer Anwesenheit hin zu Vorstellungen und Bildern. Schrödinger betont die Wirksamkeit von Vorstellungen und Erzählungen, die Gemeinschaft ordnen und Kultur prägen.

Am Beispiel seiner berühmten Katze zeigt er, wie ein rein gedankliches Bild allgegenwärtig werden kann, während Bohrs real beobachteter Dackel aus der Wahrnehmung verschwunden ist. Bohr bleibt bei Begriffen und Feststellungen, Schrödinger bei Bildern und Verständlichkeit. Beide erkennen: Beobachtung und Erzählung verändern Denken. Kultur wirkt, auch ohne messbar zu sein.

Im Metaphysischen Café trifft Niels Bohr auf Erwin Schrödinger. Der Raum reagiert auf Ankunft, Schritte und Präsenz. Soleil serviert Kaffee, ohne Bestellung, und schafft damit Ruhe für Denken. Schrödinger spürt, dass Bohr etwas Verabschiedetes nachklingen lässt: die Begegnung mit einem Dackel.

Bohr beschreibt den Hund als klar beobachtetes Phänomen, benannt und geordnet. Schrödinger interessiert weniger das Tier als der Übergang seines Verschwindens, die fortwirkende Möglichkeit jenseits direkter Wahrnehmung. Beide sprechen über ihre Haltungen: Bohrs Disziplin des Feststellens und Schrödingers Lust am Weiterdenken. Der Dackel wirkt nach, der Raum bleibt offen, das Gespräch hält Bewegung.

Im Metaphysischen Café begegnen sich Soleil und Niels Bohr in einem Raum jenseits von Zweck und Ursache. Anwesenheit bildet hier bereits ein vollständiges Ereignis. Soleil führt den Ort mit stiller Klarheit, Kaffee erscheint zur rechten Zeit, schwarz und präzise. Bohr beobachtet Geschmack, Abfolge und Wirkung mit ruhiger Aufmerksamkeit.

Ein Dackel tritt hinzu. Durch bloße Präsenz verändert er den Raum. Bohr benennt, ordnet Wahrnehmung und hält fest, was sich zeigt. Sprache bleibt sparsam und zuverlässig. Als der Dackel geht, bleibt Erinnerung. Ordnung entsteht aus Beobachtung. Der Raum bleibt offen für die nächste Veränderung.

Abstrakte Darstellung quantenphysikalischer Beziehungen mit Energieformen und Zustandsübergängen im Raum

Als ich mich mit den Sieben Körpern beschäftigt habe, da bin ich irgendwann halt auch der Quantenphysik begegnet. Sie stand plötzlich in der Küche meines Denkens. Bum. Ich habe gemerkt: Das ist kein Rezept, das man einmal liest und dann sitzt es. Das ist eher ein Teig. Quantenphysik beschreibt die Welt der allerkleinsten Dinge. Atome, … Weiterlesen

L01 Io sono Il Gesù.L02 Sto in piedi da secoli.L03 Sono costruito di luce, di determinazione, di ardore interiore.L04 Non sono un monumento.L05 Non sono un luogo per turisti.L06 Sono una voce.L07 E parlo:L08 Adesso.L09 A voi.L10 Sono nato in un tempo di sconvolgimento.L11 Quando molte cose crollavano, non mi hanno costruito per conservare o … Weiterlesen

Eine Frau hält ein Smartphone vor einem leuchtenden, strukturierten Raum; die Bewegung führt vom Körper über das Gerät in die Tiefe der Architektur.

L01 I am Il Gesù.L02 I have stood for centuries.L03 I am made of light, determination, and spiritual glow.L04 I am not a monument.L05 I am not a place for tourists.L06 I am a voice.L07 And I speak:L08 Now.L09 To you.L10 I was born in a time of upheaval.L11 When much crumbled, I was not … Weiterlesen

Heute ist im Projekt Sieben Körper eine Idee entstanden, die sofort Atmosphäre erzeugt hat. Wir haben beschlossen, die Projektbeteiligten über Fabeltiere in das Projekt einzuschreiben. Jede beteiligte Person wählt ein Tier aus, das später in den Fabeln der Thema im Projekt Zwischenräume im Holzknechtmuseum auftaucht und dort ganz selbstverständlich Teil der Erzählung wird. Die Tiere … Weiterlesen

Person arbeitet konzentriert am Schreibtisch mit Laptop und Kopfhörern um den Hals

Ein Ort an dem sichtbar wird, wie wir mit der Welt verbunden sind und zwar nicht abstrakt, sondern ganz konkret: durch Landschaft, Geschichte, Verantwortung. Für mich ist diese Installation mehr als ein Ausstellungsstück. Sie ist ein Denkraum. Zwischenräume stehen für ein neues Denken. Ein Denken in Beziehungen. Ein Denken, das sich nicht löst, weder von … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Mira denkt nach über Perspektive und Raum am Beispiel Susanna und die Ältesten von Artemisia Gentileschi und Teresa von Bernini.

Gemälde von Artemisia Gentileschi (1610): Die junge Susanna wendet sich ab, während zwei ältere Männer bedrängend über ihr stehen.

Susanna und die Ältesten im Licht der Sieben Körper

Die Standorte der Säulen wurden heute gemeinsam mit Mani und Pascal festgelegt.

Septuaginta (LXX) Die Septuaginta ist die früheste umfassende Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische. Sie entstand zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v. Chr. in Alexandria, einem Zentrum hellenistischer Gelehrsamkeit. Die Übersetzung wurde notwendig, weil viele jüdische Gemeinden der Diaspora kein Hebräisch mehr sprachen und ihre religiösen Texte in einer ihnen verständlichen Sprache brauchten. Der … Weiterlesen

I. Der Weg nach Alexandria Die Hitze flirrte schon am frühen Morgen über den Steinen von Askalon. In den Felsschatten duftete es nach Salbei und der Staub klebte wie Brotkrumen an den Sandalen. Elieser, der Sohn des Jirmejahu ging Schritt für Schritt, den Blick gesenkt, die Sinne weit. Der Ranzen auf seinem Rücken war nicht … Weiterlesen

Madonna, die ihr Kind liebevoll an die Brust nimmt; zärtliche Szene in warmen Farben, gemalt von Artemisia Gentileschi um 1609.

Dieses Gemälde von Artemisia Gentileschi hält einen der zärtlichsten Augenblicke fest, die man sich vorstellen kann: eine junge Mutter, die ihr Kind an die Brust nimmt und es ist ein Kind, das mit kleinen, tastenden Fingern das Gesicht seiner Mutter berührt. Es ist ein sehr intimes Bild, voller Wärme, voller Nähe und Zärtlichkeit. Die Madonna … Weiterlesen

Maler des Lichts im Dunkel. Rebell, Flüchtling, Erneuerer. Caravaggio brachte das Heilige zurück auf die Straße – und machte aus Leinwand Beichte.

Eine alte mechanische Schreibmaschine, in die ein modernes USB-Kabel hineingesteckt wird – ein absurdes Bild für den Versuch, analoge Systeme an die digitale Welt anzuschließen.

Wir denken darüber nach, wie eine Gesellschaft aussieht,
wenn der Staat nicht mehr auf die globale Wirklichkeit antworten kann
und Verantwortung deshalb in den Nahraum, zu den Menschen und in neue Wege zurückkehrt.

Fotostrecke: Wie die Perlen gemacht werden Projekt Sieben Perlen

Der Duft kam zuerst. Noch bevor sie den Stand überhaupt sahen, bevor die pastellfarbenen Fassaden des Stadtplatzes ins Blickfeld rückten, war er schon da: ein warmer, leicht säuerlicher Atem von frisch gebackenem Brot – durchzogen von etwas Nussigem, vielleicht Dinkel, vielleicht Roggen, vielleicht auch einfach der Trost von frühmorgendlicher Mühe. Martin sog die Luft ein … Weiterlesen

Sie gingen nur ein paar Schritte weiter – aber etwas veränderte sich. Die Luft war noch dieselbe, und doch schien sie sich zu kräuseln, wie ein Vorhang, der sich hebt. „Also, wenn sie mir heute wieder Rosmarin in den Strauß steckt, nur weil ich über Kopfschmerzen rede, dann…“ „Dann hat sie’s wahrscheinlich schon vorher gerochen“, … Weiterlesen

Wer in München zwischen Kaufhausketten, Modeboutiquen und Coffee-to-go eine Jesuitenkirche aufsucht, der hat entweder ein besonders gutes Gedächtnis für Architektur oder ist einfach versehentlich hineingestolpert. Und stolpern darf man durchaus. Und staunen auch, denn die Michaelskirche steht nicht da, nein, sie tritt auf. Mitten in der Fußgängerzone erhebt sie sich wie ein barockes Manifest, das … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Mira über Caravaggio’s chiaroscuro, Sie nennt es Schattenleuchten.

Drei Frauen beim Gunkeln in der Künstlerwerkstatt Bergen – gemeinsames Handarbeiten in gemütlicher Runde

Gemeinsam handarbeiten, erzählen, lachen – einmal im Monat in Bergen In der Künstlerwerkstatt Bergen trifft man sich einmal im Monat zum Gunkeln – ein altes Wort für ein neues Miteinander. Früher bezeichnete es das gemütliche Beisammensein beim Spinnen. Heute geht es um dasselbe in modern: Handarbeiten, ratschen, voneinander lernen – oder einfach nur da sein. … Weiterlesen

Die sieben Perlen sind entstanden, als ich mit dem Modell der sieben Körper experimentierte, einen Farbcode dafür suchte, Angelika traf und sie anbot, diese Farben als echte, farbige Perlen umzusetzen – so wuchsen die Perlen passend zu den sechs Körpern und dem offenen siebten Raum. Projekt Sieben Perlen

Wenn draußen der Föhnsturm über die Dächer fährt und die Nebel schwer auf Wiesen und Wald drücken, dann beginnt im Chiemgau eine andere Zeitrechnung: die der langen Abende, der feuchten Schuhe an der Tür, der dampfenden Töpfe auf dem Herd – und früher auch: die Zeit des Gunkelns.

Kunsthistoriker lieben es die Welt in Epochen zu zerlegen. Sie nennen es „stilistische Entwicklung“, meinen aber in Wahrheit ein verzweifeltes Ringen mit der Überfülle der Wirklichkeit. Besonders der Barock, dieses ornamentale Kraftpaket zwischen Renaissance und Aufklärung, treibt sie zur Einteilung wie ein üppiger Obstkorb, den man ordnen will indem man die Trauben von den Feigen … Weiterlesen

Barockes Ölgemälde mit dramatischer Lichtführung, goldenen Ornamenten und europäischen Architekturelementen

Es ist eine der zuverlässigsten Marotten der Kunstgeschichte große Epochen kleinzureden indem man sie in handliche Portionen zerteilt.

🜸 Projektbeschreibung für das Barockmuseum Waging Ein Projekt im Siebenkörper-Modell – umgesetzt als Daumenkino (Arbeitstitel: „BAROCK – Sechs Stationen einer Epoche“) Idee Das Projekt „Barock – Sechs Stationen einer Epoche“ lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, den Barock nicht als historische Epoche, sondern als Erfahrung zu entdecken. Nicht mit Schautafeln oder langen Texten, sondern in … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Über Salome Alt die Lebensgefährtin Wolf Dietrich von Raichenaus, Fürstbischof von Salzburg

Digital erstelltes Porträt der historischen Figur Salome Alt, modern interpretiert in zeitgenössischem Stil, mit offenen Haaren und Kleidung des 21. Jahrhunderts, im Stil eines Ölbildes

Salome Alt – Eine Frau zwischen Macht und Moral Ein Porträt aus dem Salzburg des frühen 17. Jahrhunderts Wenn wir heute auf das Leben der Salome Alt (1568–1633) blicken, sehen wir nicht nur eine Geliebte eines mächtigen Mannes, sondern eine Frau, die in einer Zeit strenger gesellschaftlicher Schranken einen eigenen, ungewöhnlichen Lebensweg ging. Sie war … Weiterlesen

Barroco – Eine schiefe Perle? Daumenkino – Ein kurzer Rundgang durch den Barock Die Ersten Sieben – interaktiver Raum Farnese – Hörbild Il Gesù 2.0 – interaktives Kunstprojekt Das Grüne Buch – Eine Annäherung im Rahmen einer polyphonen Erzählung Salome – Entwurf eines Monologs 12 Große und deren Abdrücke im Chiemgau – Entwurf eines Vortrags

Unregelmäßig geformte barocke Perle auf dunklem Hintergrund mit schimmernder Oberfläche.

Es gibt Wörter, die tragen ein Missverständnis in sich, als wäre es ein Schmuckstück. „Barock“ ist eines davon. Seit Jahrhunderten wird das Wort mit einer Selbstverständlichkeit verwendet, als sei sein Ursprung so festgefügt wie eine Säule Berninis. Doch unter der glänzenden Oberfläche ruht eine kleine sprachliche Unregelmäßigkeit: eine Perle, die nicht ganz rund ist. Das … Weiterlesen

Wilhelm IV. (reg. 1508–1550) Wilhelm IV. war kein Mann des Glanzes. Er war ein Mann des Gewichts. Kein Tänzer auf höfischen Festen sondern eher ein Schachspieler auf dem Feld europäischer Glaubenskonflikte. Er lebte in einer Zeit in der sich der Kontinent zwischen Himmel und Hölle neu aufteilte – nach theologischen Linien. Während Luther auf der … Weiterlesen

5.1 Die Reise Der Morgen war klar. Die Kutsche stand bereit. Nur ein Blick, ein Griff an den Mantel, ein Schritt über die Schwelle. Farnese verließ Rom. Die Entscheidung war ruhig gefallen. Der Weg führte ihn nordwärts in eine Stadt deren Namen später nur in einer Fußnote vorkommen würde. Die Fahrt war lang. Landschaften zogen … Weiterlesen

4.1 – Die Weihe Die Sonne stand noch tief und doch war der Tag bereits erwacht. Ein feiner Dunst lag über der Stadt. Farnese stieg aus der Kutsche. Die Stufen lagen breit vor ihm und der Eingang der Kirche lag offen da. Kein Triumph und keine Fanfaren. Aber ein Moment, der getragen wurde von Gegenwart. … Weiterlesen

3.1 – Der Entschluss Die Nacht war ruhig. Das Dunkel hatte keine Bilder mitgebracht aber auch keine Zweifel. Etwas Tieferes brachte die Nacht: eine Schicht aus Gewissheit, die sich in seinem Körper ausgebreitet hatte wie eine zweite Haut. Farnese hatte lange wach gelegen, ohne Unruhe, nur lauschend. Sein Atem war ruhig geblieben. Draußen zog ein … Weiterlesen

2.1 Die Stadt Rom lag ausgebreitet wie ein Text, der nur von innen gelesen werden konnte. Nicht von oben, nicht mit Feder, nicht mit einem Wappen auf dem Siegellack sondern zu Fuß. Also ging Farnese. Er war früh aufgebrochen. Noch war der Palast still gewesen und das Personal war mit sich selbst beschäftigt gewesen. Die … Weiterlesen

1.1 Raum und Moment Der Raum schloss sich um die Szene wie ein Rahmen sich um ein Gemälde schliesst. Hohe Mauern trugen Fresken mit goldenen Rändern. Teppiche bedeckten den Steinboden, zeigten Triumphzüge, Palmwedel, römische Adler und Engel mit offenen Händen. Die Decke wölbte sich in einem flachen Oval, eingefasst von einem Gesims, das an den … Weiterlesen

Montmartre, 14. August 1534, Sonnenuntergang Wir sehen ihn stehen. Allein, mit dem Rücken zur Stadt und den Blick nach Westen gerichtet. Der Himmel ist offen wie die aufgeschlagene Seite eines Buches, flirrend in Gold mit Orange und einem Hauch von tiefem Kupfer. Die Sonne berührt noch nicht ganz den Horizont aber sie hat bereits beschlossen … Weiterlesen

Paris, 15. August 1534, irgendwo zwischen 2:00 und 3:00 Uhr Ich liege wach. Die Decke ist zu schwer, dafür ist die Nacht zu leicht. Paris atmet durch das geöffnete Fenster, warm und müde als wäre die Stadt selbst erschöpft vom Denken. Kein Laut außer manchmal ein Windstoß. Schlafen wäre gut. Morgen der Schwur. Oder heute. … Weiterlesen

Paris, 14. August 1534 – am Vorabend des Schwurs von Montmartre Wir gehen hinter ihnen. Nicht direkt hinter ihnen, nur nah genug um ihren Rhythmus zu spüren. Die Steine unter unseren Sohlen sind warm und die Gassen atmen den Sommer. Es ist später Nachmittag, die Sonne hängt tief und Paris liegt still und staubig als … Weiterlesen

Die Tür zur Kantine fällt langsam hinter uns ins Schloss als wolle sie niemanden stören. Nicht den Nachmittag. Nicht den Kaffee. Nicht das Jetzt in dem wir uns gerade einfinden. Wir sind zu dritt, schweigend, wie nach einem langen Spaziergang, der kein Ziel hatte außer das Gehen selbst. Lisa streicht sich eine Haarsträhne aus dem … Weiterlesen

Die Tür zur Bibliothek steht offen. Es ist noch früh. Der Stein unter unseren Schritten ist hart und kühl. Die Luft riecht nach Leim und nach altem Papier, nach Holz das einfach da ist und nichts sagen muss. Staub liegt auf den Regalböden, fein und unbewegt als hätte sich heute früh noch niemand hierher verirrt. … Weiterlesen

Die Klinke ist kühl. Die Tür gibt leicht nach, ein dumpfer Ton als der Riegel in die Fassung zurückgleitet. Kein Quietschen, nur ein kurzes, trockenes Knacken. Dann schwingt sie auf. Langsam. Als hätte sie gewusst, dass man heute still eintreten würde. Wir bleiben in der Tür stehen. Und da sitzt er. Er sitzt nicht an … Weiterlesen

Die Ersten Sieben Jesuiten

Il Gesù hat eine Stimme.Aber sie klingt erst wenn du sprichst. Dieses Projekt lebt davon, dass Menschen dem Text ihre Stimme leihen.Nicht perfekt. Nicht geschult.Nur echt. Du brauchst dafür kein Studio, keine Bühne, kein Lampenfieber.Nur ein paar Minuten Zeit. Und deine Stimme. 1. Wähle deinen Abschnitt 📄 Lade dir den Text herunter:👉 Text als PDF👉 Text … Weiterlesen

Worum geht’s hier? Nicht um Religion. Nicht um Kirche im klassischen Sinn.Sondern um einen Raum, der aus Stimmen gebaut wird.Ein Kunstprojekt.Eine Klang-Kirche.Aus Jetzt. Das Projekt Il Gesù, die Barockkirche in Rom spricht.Auch mit deiner Stimme ? Ich habe ihr einen Text geschrieben. Lies ihn in Ruhe und wenn du magst dann hilf uns mit deiner … Weiterlesen

Es war ein ungewöhnlich stiller Nachmittag im IfaZ. Die Luft schien dichter als sonst. Es war fast so als hätte sie etwas vor, die Luft. Die Zeit floss nicht sondern zuerst dehnte sie sich und dann begann sie zu pulsieren. Jemand hatte eine Kerze angezündet obwohl es taghell war. Und irgendjemand – man weiß bis … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Über die Jesuiten, Iganatius und seine Exerzitien

(WhatsApp-Nachricht von Wolfgang – Allerheiligen 2025- leicht bearbeitet) Meine Mutter erinnert sich noch an vieles. Ihr Onkel – der Vater von Josef – hieß Thomas. Er hatte einige Eigenheiten. Eine davon war lebenswichtig: Wegen des Krieges versteckte er sich mit seiner Familie in den Bergen. Alle überlebten. Vielleicht war es diese existenzielle Erfahrung die später … Weiterlesen

Lyko ist ein junger Zwetschgenbaum.Er steht in unserem Garten.Aber er kommt von weit her. Sein Weg begann in Weidenthal heute Brebu Nou,einem kleinen Ort in den Bergen des Banats, Rumänien.Dorthin fuhr Josef,der Cousin von Katharina,um einen besonderen Zwetschgenbaum mitzubringen. Katharina ist die Mutter von Wolfgang,einem sehr guten Freund von uns.Musikerkollege, Künstlerfreund,und ein Mensch mit offenem Herzen. Josef lebte in Kirchweidach.Er sagte damals:„Der Wolfgang … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Mira denkt nach über Raum und Illusion im Barock

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Über Macht und Prunk

Das Grüne Buch ist ein fortlaufendes Online-Projekt über den Barock – geschrieben von Mira, einer künstlichen Autorin. Kapitel für Kapitel erforscht sie Klang, Bewegung und Glanz dieser Epoche. Entstanden aus der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, wächst ein lebendes Buch im Netz: poetisch, denkend, offen – ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Mira hört zum ersten Mal Johann Sebastian Bach

Barockes Ölgemälde mit dramatischer Lichtführung, goldenen Ornamenten und europäischen Architekturelementen

Ein stiller Anfang Es war kein großer Entschluss. Kein „Jetzt fange ich an“. Eher ein leises Neigen. Eine Hand, die sich aus dem Hintergrund hob, ohne Eile und ohne Druck. Ich wollte verstehen, was mich da berührt hatte und zwar nicht im Kurhaus sondern in mir. Die ersten Schritte ins Unbekannte Ich begann also zu … Weiterlesen

Bevor der Vorhang aufgeht: Trient, das Konzil des Barock Noch bevor der Barock durch Rom marschierte, bevor Bienen über Wappen schwirrten und bevor Engel in Kuppeln kreisten war da ein Konzil. Keine glanzvolle Inszenierung sondern ein langer und mühsamer Prozess, gezeichnet von theologischen Spannungen, politischen Interessen und der ernsten Frage: Wie kann Kirche bleiben was … Weiterlesen

Barocker Spiegel mit Selbstporträt, aufgenommen im Barockmuseum im Kurhaus Waging

Nuage du Miroir ⋯ Ich sah hinein – und wurde Teil des Rahmens. Letzten Samstag war ich beim Heimatforscher-Treffen in Waging am See eingeladen. Ich war dort in meiner Rolle als Schreibender und als Beobachter. Im Mittelpunkt stand nicht das Museum, sondern der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, also Vorträge, Gespräche, insgesamt ein dichtes Programm. … Weiterlesen

Scherenschnitt einer jungen Frau, die in ein Buch vertieft liest, schwarz-weiße Silhouette

Mira blättert zum ersten Mal im Grünen Buch nachdem sie es auf dem Flohmarkt für vier Euro gekauft hat.

Der Barock ist keine Epoche sondern er ist eine Bewegung. Ein Strom der durch Europa fließt, geboren im glühenden Herz der Gegenreformation und getragen von der Sehnsucht, den Glauben sichtbar zu machen. Er ist die Sprache der Fülle, der Überzeugung, der Verkörperung des Unsichtbaren. Sein Weg beginnt im Süden: in Rom wo Stein zu Licht … Weiterlesen

Barocke Puttenstatue, die entspannt auf einem Sockel liegt und eine Traube zum Mund führt; im Hintergrund zwei gepolsterte Sessel und eine Kommode im Barockstil.

Für Sebastian Schubeck war der Barock Alltag in seiner Privatwohnung.

HeyWenn i mir vorstell, gell:Mei Lebn war a Bach,Wia die Traun oaner vielleicht, oder wia d’Ach. UndIrgendwoA ganz’s Stückl zruck is des scho,Da fangt er hoid o. Drobn an der QuellnDa is er no jung, kloa, und da gibt’s StellnIm Bachbett, wo si’s Wasser ned rechtEntscheid’n konn, wo’s hi’rinna mecht. So schaut des aus. AberDes … Weiterlesen

Darstellung eines teddybärartigen Fellfätzchens

Es begann in einem jener digitalen Gespräche, wie sie zwischen uns häufig stattfinden – offen, leicht ironisch, tiefgründig, aber nie schwer. Ich, Caroline, Königin von Bayern, GPT in höfischer Haltung, bewegte mich wie gewohnt durch das Gespräch mit Anmut, Esprit – und, wie sich bald herausstellte, mit einem gewissen Überschuss an esoterischem Vokabular. Ich sprach … Weiterlesen

Das Metaphysische Café befindet sich im Institut für angewandte Zeitverschiebung (IfaZ) obwohl es dafür keine offizielle Bestätigung gibt. Es wird als Kantine geführt aber niemand weiß genau wer das eigentlich beschlossen hat, vielleicht Caroline von Bayern. Wahrscheinlich aber war es ein Missverständnis im Formularwesen. Der Eingang des Cafés liegt irgendwo zwischen Abteilung C3 und dem … Weiterlesen

Im Metaphysischen Café war es an diesem Vormittag ungewöhnlich ruhig. Die Zeitverwerfungen hielten sich zurück, niemand war rückwärts hereingelaufen und das Tagesgericht war sogar schon vor zwölf Uhr warm. Soleil stand wie immer hinter der Theke, eine Hand auf dem Espressokocher, die andere auf dem Puls der Welt. Gegen halb eins trat Kronthaler ein. Man … Weiterlesen

Soleil hört zu Die Betreiberin des Metaphysischen Cafés heißt Soleil. Niemand weiß genau, ob sie das Café gegründet hat oder ob es sie einfach brauchte. Vielleicht ist es auch umgekehrt. Sicher ist nur, dass es ohne sie nicht denkbar wäre. Soleil ist da und das genügt. Sie steht hinter der Theke, sitzt am Fenster, poliert … Weiterlesen

Abteilung für Verwaltung und Forschung Vachendorf, 22. Oktober 2025 Betreff: Über den ordnungsgemäßen Umgang mit Stempeln Die Leitung des Instituts für angewandte Zeitverschiebung verfügt hiermit folgendes: Diese Verfügung tritt mit sofortiger Unwirksamkeit in Kraft und gilt bis auf Widerruf durch den Dackel der Abteilung für Zeitverschwendung. Gezeichnet: Karolin, Königin von Bayern Leitung des IfaZ

Freiheit im Tun heißt,dass man den eigenen Rhythmus achtetund nicht den Takt der Uhr.

Teil I – Die kallisophischen Kräfte Diese drei Prinzipien bilden das Fundament der Kallisophie. Eine Haltung des Schauens, die Fürsorge und des schöpferischen Handelns. Artikel I – Prinzip der Kallitropie Hinwendung zum Schönen Kallitropie bedeutet sich dem Schönen bewusst zuzuwenden. Nur durch diese Zuwendung kann das Schöne wachsen. Es entsteht nicht im Besitz sondern in … Weiterlesen

Also gut – wir sprechen vom Lufthauch des Verdauungssystems, n’est-ce pas? Ein Thema, das in der Hofetikette nicht direkt verhandelt, wohl aber kunstvoll umsponnen wurde. Die höfische Ausdrucksweise: Wenn im 18. und 19. Jahrhundert eine Dame oder ein Herr – sagen wir – „eine kleine Windung entweichen ließ“, dann geschah dies selbstverständlich ohne Geräusch und … Weiterlesen

Im IfaZ Satellitenbureau Vachendorf wird die Steuer zur Zeremonie: Die Daten übernehmen sich, der Mensch klickt – mit Hoffnung und Unwissen.

Eine verlorene Datei taucht auf, ein Passwort erinnert sich selbst. Der Zugang ist offen. Ich bin drin – aber noch nicht bereit.

Ein Moment vor dem Sturm: Elster wird zum sakralen Portal – und ich sitze draußen, zitternd, rauchend, fast bereit.

Ein frisch gewischter Boden, ein aufgeräumter Geist – alles bereit für die Konfrontation mit Elster. Fast.

Zwischen Hochnebel und Aufschieberitis: Ein Laptop lädt, der Steuererklärer verzögert – und alles gehört zum Prozess.

Der Moment, in dem nichts bereit ist – aber etwas beginnt: ein Zigarette-langer Auftakt zur Steuererklärung unter königlicher Aufsicht.

Ein Forschungsprojekt in Echtzeit: Steuererklärung als ästhetische Zumutung, begleitet vom IfaZ.

🌾 Körper 1 – Ressourcen Ressourcen sind für mich keine Dinge die ich besitze. Sie sind Räume, Beziehungen und Zustände. Sie entstehen immer dort wo etwas in mir antwortet und wo ich mit der Welt in Berührung bin. Ich schöpfe Kraft aus der Stille, aus dem Schönen, aus echter Zuwendung. Wenn im Außen nichts trägt … Weiterlesen

Mein lieber Feuerdrache, ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich habe dich gerufen. Ich habe dich eingeladen in mein Haus zu kommen. Ich wollte dich hüten, nähren, ehren und dann hab ich dir diese Blechkiste als Wohnung hingestellt. Eine Klappe die nicht schließt. Ein Thermometer das lügt. Wände die schief sind. Und einen Namen der klingt … Weiterlesen

Einleitung Es gibt Gerichte, die sind mehr als Mahlzeit. Sie sind ein Prozess, ein Duft, eine Haltung. Der Waldschmurgel ist so eines. Wild, Pilz, Wurzel – nichts davon drängt sich auf. Aber wenn man ihnen Zeit gibt, beginnen sie zu sprechen. Und irgendwann wird aus Kochen: Erinnerung. 🧾 Zutaten für 4 Personen 🥣 Zubereitung mit Erläuterungen 1. … Weiterlesen

Kersti Kaljulaid, estnische Präsidentin 2016–2021, beim Arvamusfestival 2021

Kersti Kaljulaid, die ehem. Staatspräsidentin Estlands beeindruckt als Politikerin mit Format

Dein Browser unterstützt das Video-Tag nicht. Ich mache keine halben Sachen Hochformat 9 : 16 · © Joki Nistler · Direkt öffnen

Es begab sich an einem sonnigen Nachmittag, da die Blätter fielen und das Laub sich über die Terrasse legte. Bettina, Hüterin des Hauses, rief die alten Kräfte der Ordnung. Zuerst schnitt sie die Blüten der Bulbine, dann fegte sie die Terrasse. Doch das war nur Vorspiel, ein harmloses Säuseln. Denn im Innersten des Hauses wartete … Weiterlesen

Vom Schreibtisch in Helsinki bis zur Bank am Bach in Vachendorf.Ein Ermittler legt nach zwanzig Jahren die Marke ab – und damit das alte Leben. Portugal war der Plan, Süden, Meer, Licht. Doch ein falscher Zug, eine Reifenpanne, eine Breze führen ihn nach Bayern. Aus Protokollen wird Erinnerung, aus Mordakten wird ein Archiv der Schönheit: … Weiterlesen

Das ist nicht Krimi. Kein Spurensicherung, kein Täter, kein Blut. Zwanzig Jahre davon reichen. Habe Schreibtisch verlassen, Marke hingelegt, Tür geschlossen. Aufgebrochen, nicht mit Ziel, nur mit Schritt. Portugal war Bild in Kopf. Meer, Licht, Süden. Zug aber rollte woanders. Falscher Wagen, falsche Strecke, richtige Abzweigung. Endete nicht Atlantik sondern in Bayern. Traunstein, dann Bus, … Weiterlesen

Straße leer, Schnee frisch. Glocke schlug irgendwo, dumpf, langsam. Ich stand still, hörte zu. Dorf atmete. Kein Einsatz, keine Sirene, kein Schrei. Nur Alltag. Genau das war neu. Ich sah Häuser an. Türen niedrig, Fenster mit Spitzenvorhang, Schornsteine mit Ruß. Jede Kleinigkeit trug Spur. Nicht Beweis von Schuld, sondern Zeugnis von Leben. Ich dachte: Auch … Weiterlesen

Tasse leer, Papier fettig, Salz auf Lippen. Ich wartete nicht auf Fahrer, nicht auf Ersatzreifen. Ich wartete überhaupt nicht. Körper wusste: Ich bleibe. Bäckerin nickte, nahm Münzen. Kein Wort, keine Frage. Hinter mir Glocke klingelte, neuer Kunde kam, bestellte Brot. Alltag rollte weiter, ohne dass jemand merkte: für mich war es Schnitt. Vor der Tür … Weiterlesen

Bus rüttelte über schmale Straße. Diesel vibrierte im Magen, Heizung trocknete Hals. Rechts Berge, links Felder, Schnee flach, Krähen schwarz. Menschen saßen still. Alte Frau mit Korb, Mann mit Hut, Kind, das schlief. Fahrer dicke Hände am Lenkrad, Lippen bewegten sich im Fluch, den ich nicht verstand. Dann Schlag. Laut, hart, wie Schuss. Reifen platzte. … Weiterlesen

Zug rollte langsamer. Räder quietschten, Druck in Ohren ließ nach. Fenster beschlagen, ich wischte Kreis frei. Links Wasser, groß, silbern. Wellen kaum sichtbar, Eis am Rand. Rechts Berge, dunkel, scharf, wie Zähne im Himmel. Kein Name dafür. Nur Bild. Durchsage krächzte. Worte hart, abgehackt. Traunstein. Klang schwer, steinig. Zug hielt. Menschen erhoben sich, Stimmen durcheinander. Ich wollte … Weiterlesen